, September 5, 2019

Das maltesische Glücksspielunternehmen Co-Gaming Limited kündigte in dieser Woche an, seine drei Online Casino Marken ComeOn, Mobilebet und Get Lucky vom britischen Glücksspielmarkt zurückzuziehen.

 

Zwar habe das Unternehmen bisher keinerlei Konflikte mit der UK Gambling Commission erlebt, doch habe der Markt wegen der zu großen Konkurrenz sowie der vielen teuren Abmahnungen gegenüber anderen Glücksspielunternehmen deutlich an Attraktivität eingebüßt.

 

Strenge Regeln und hohe Strafen

Großbritannien ist bekannt für sein allgegenwärtiges Glücksspiel und dessen strenge Regulierung durch die zuständige Glücksspielbehörde, die UK Gambling Commission. Die Behörde reguliert bereits seit 2007 das britische Online Glücksspiel und heute sind unzählige internationale Online Casinos im Besitz einer UKGC-Lizenz.

 

Politiker und Glücksspielgegner jedoch pochen seit vielen Jahren auf eine stetige Verschärfung der Glücksspielregulierung – eine Forderung, der die UKGC besonders innerhalb der letzten zwei Jahre nachkommen musste.

 

Stempel mit Aufschrift Abmahnung

Viele Casinos erhielten Abmahnungen und Strafen (Bild: Flickr/TimReckmann)

Während strengere Regeln, minutiöse Kontrollen und aktive Strafverfolgung vor allem dem Schutz der Konsumenten dienen sollen, scheinen sich einige Anbieter dadurch starkem Druck ausgesetzt zu fühlen.

 

Das auf Malta ansässige Glücksspielunternehmen Co-Gaming Limited kündigte genau aus diesem Grunde nun an, sich vom britischen Markt gänzlich zurückziehen zu wollen. Das Unternehmen, welches seit 2015 dem schwedischen Gamingkonzern Cherry AB angehört, verfügt derzeit über drei aktive britische Glücksspiellizenzen.

 

Unter diesen Lizenzen operiert Co-Gaming Limited aktuell die Glücksspielplattformen ComeOn, Mobilebet und Get Lucky, welche eine Mischung aus Online Casinospielen, Live Casino und Sportwetten zur Verfügung stellen.

 

Ab Ende September jedoch sollen die drei unter diesen Namen geführten britischen Webseiten eingestellt werden. Anmeldungen und Einzahlungen sollen ab dem 24. September abgelehnt, aktive Konten drei Tage später gelöscht werden. Spieler sind dazu aufgerufen, sich vor diesem Datum ihre potentiellen Gelder auszahlen zu lassen.

 

Ein zu großes finanzielles Risiko

Co-Gaming Limited ist dabei nicht der erste Glücksspielanbieter, der sich in diesem Jahr für einen Rückzug aus Großbritannien entschieden hat. Erst Anfang der Woche stellten die beiden von Dumarca Gaming Limited geführten Online Casinos InterCasino und Vera&John in Großbritannien ihren Betrieb ein.

 

Bereits vier Wochen vorher konnten britische Glücksspieler sich nicht mehr neuregistrieren. Die Beweggründe des Konzerns ähneln jenen von Co-Gaming Limited. Der britische Markt sei zu kompetitiv und werde stetig strikter.

 

Lachene Merzoug, der Geschäftsführer von ComeOn, erklärte die Untenehmensentscheidung wie folgt:

Großbritannien ist ein sehr reifer und hochkompetitiver Markt und die finanziellen Risiken sind groß. Wir sind zwar nie mit den Regeln in Konflikt geraten, aber wir haben gesehen, dass Konkurrenten große Geldstrafen erhalten haben, und das schafft Unsicherheit.

Seiner Ansicht nach habe eine UKGC Glücksspiellizenz ohnehin an Prestige verloren. Da das Glücksspiel in immer mehr Ländern liberalisiert werde, seien die Lizenzen dieser Länder mittlerweile ebenso attraktiv wie einst die britische.

 

Merzoug sagte dazu:

Gleichzeitig hat die britische Lizenz ihren symbolischen Wert verloren. Früher musste man beinahe eine haben, um als glaubwürdiges Unternehmen zu gelten. Heute jedoch haben wir Lizenzen in vielen europäischen Ländern und da Großbritannien für uns ohnehin nie ein großer Markt gewesen ist, ergibt es Sinn für uns, unseren Fokus anderswo zu legen.

Deutschland und Skandinavien attraktiver

Das Unternehmen gab in dem Zusammenhang bekannt, sich insbesondere auf Mittel- und Nordeuropa konzentrieren zu wollen. Schweden und Dänemark stünden besonders weit oben auf der Liste der favorisierten Märkte.

 

Flaggen skandinavischer Länder

Lizenzen aus skandinavischen Ländern sehr attraktiv (Bild: Flickr/Flöschen)

In Schweden beispielsweise betreibt Co-Gaming Limited seit Anfang des Jahres das Haiper Casino. Die Lizenz dafür wurde von der schwedischen Glücksspielbehörde Spelinspektionen ausgestellt und ist bis Ende 2020 gültig. Im Juli erhielt der Konzern jeweils eine weitere Lizenz aus Dänemark und Finnland.

 

Auch Deutschland könnte erneut zu einem attraktiven Glücksspielmarkt für das Unternehmen werden. Die Webseite ComeOn war bis Ende letzten Jahres noch durch die Landesregierung Schleswig-Holsteins lizenziert.

 

Gleiches gilt für das von Co-Gaming Limited betriebene Online Casino Blitzino. Auf beiden Webseiten ist das Siegel des Landes jedoch derzeit nicht zu finden.

 

Sollte der deutsche Glücksspielmarkt bundesweit oder zumindest regional in Zukunft offener gegenüber dem Online Glücksspiel werden, wolle der Konzern in jedem Fall einen Fokus auf seine deutschen Glücksspielangebote legen.