, 28.01.2020

Das Glücksspiel-Unternehmen Paddy Power hat auf die wachsende Kritik an der hohen Werbepräsenz von Wettanbietern im englischen Fußball reagiert: Es lässt im Rahmen der ‘Save Our Shirt’-Kampagne zwei der von ihm gesponserten Clubs in einem Match gegeneinander ohne Trikotwerbung auflaufen.

 

Werbefreies Match

Bei der an diesem Dienstag stattfindenden Partie zwischen Newport County und Macclesfield Town werden die Spieler im Rahmen der ‘Save Our Shirt’-Kampagne auf ihren Trikots kein Emblem von Paddy Power tragen. Das Unternehmen ist Hauptsponsor der beiden Fußballvereine und das Logo des Buchmachers prangt normalerweise auf den Shirts der Spieler.

Paddy Power führte die nicht ganz ernst gemeinte ‘Save Our Shirt’-Kampagne bereits im letzten Jahr ein. Darin ruft der Anbieter andere Unternehmen, insbesondere die werbende Konkurrenz, dazu auf, die Trikotwerbung einzuschränken.

Neben den fehlenden Trikot-Aufdrucken soll der Markenname von Paddy Power am Spieltag auch von Werbebannern im Stadion sowie aus der Stadionzeitung getilgt werden.

 

Darüber hinaus hat sich Paddy Power mit sechs anderen Unternehmen darauf verständigt, dass diese Firmen während des Derbys ebenfalls keine Werbung schalten werden. Auf diese Weise solle erreicht werden, ein nahezu komplett werbefreies Match zu ermöglichen, so Unternehmensvertreter.

 

Paddy Power verkündet dazu in seinem Statement:

Wir sind stolz darauf, das Match so umfassend wie möglich werbefrei zu gestalten, um den Fans das Spiel zurückzugeben.

Bei den beiden Teams handelt es sich allerdings um Mannschaften, die lediglich in der vierthöchsten englischen Fußballliga spielen. Kritiker monieren deshalb, dass die Kampagne lediglich eine PR-Aktion sei, da das Match nur relativ wenige Zuschauer anziehe.

 

Werbewert der Aktion

Doch ganz ohne Werbung in eigener Sache wird das Spiel nicht über die Bühne gehen. So vermarktet Paddy Power das Match auf seinen Social-Media-Kanälen und mit PR-Artikeln als ‘Unsponsored Derby’.

 

Es scheint ein kluger Schachzug von Paddy Power zu sein, denn die so erzielte Reichweite dürfte weit über der des Spiels der beiden unterklassigen Teams liegen. Der Werbewert der Aktion könnte die fehlenden Logos im Stadion deshalb allemal aufwiegen.

 

Allerdings dürfte es bei Ausweitung derartiger PR-Maßnahmen nicht lange dauern, bis sich auch an dieser Werbepraxis Kritik regen wird. Schließlich trägt sie ebenfalls dazu bei, dem Wettanbieter weitere öffentliche Aufmerksamkeit zu ermöglichen.