Dienstag, 04. Oktober 2022

Peru legalisiert Online-Glücksspiel und -Sportwetten

Präsident von Peru Pedro Castillo Pedro Castillo, Präsident von Peru, hat das Online-Glücksspiel im Land legalisiert. (Bild: Flickr/Braian Reyna Guerrero)

Der peruanische Präsident Pedro Castillo hat am Freitag ein Gesetz zur Legalisierung von Online-Glücksspiel und -Sportwetten im Land unterzeichnet. Bereits im Juli hatte der Kongress die Regulierung einstimmig beschlossen.

Nun gab das Ministerium für Außenhandel und Tourismus (Mincetur) bekannt, dass das Gesetz [Seite auf Spanisch] mit einer feierlichen Zeremonie und der Veröffentlichung im Amtsblatt verabschiedet worden sei. Es werde 60 Tage nach seiner Publikation in Kraft treten.

Wie das Ministerium für Außenhandel und Tourismus bekanntgab, ermögliche es die Legalisierung nun, Steuern auf eine Aktivität einzunehmen, die „große wirtschaftliche Bewegung“ erzeuge.

Steuerliche Vorteile des Online-Glücksspiels

Schätzungen der Regierung würden Medienberichten zufolge davon ausgehen, dass Online-Glücksspiel-Anbieter aus dem Ausland in Peru jährlich Einnahmen in Höhe von rund 4,5 Mrd. Sol (rund 1,1 Mrd. EUR) generierten. Da es in Peru bislang keine Regulierung des Online-Glücksspiels gegeben habe, seien auch keine Steuern daraus in die Staatskasse geflossen.

Der peruanische Außenhandelsminister Roberto Sánchez sagte hierzu:

„In einer sozialen Marktwirtschaft begrüßen wir die Initiative der unternehmerischen Freiheit, aber wenn wir sehen, dass Milliarden von Sol steuerlich unberücksichtigt bleiben, fühlen wir uns benachteiligt.“

Durch das neue Online-Glücksspiel-Gesetz könne die Regierung nun jedoch mit jährlichen Einnahmen in Höhe von 160 Mio. Sol (rund 40 Mio. EUR) rechnen.

Die peruanische Regierung erhebt auf das Online-Glücksspiel und Online-Sportwetten Steuern in Höhe von 12 %. Diese Einnahmen würden dem Ministerium für Außenhandel und Tourismus zufolge wie folgt verteilt: 20 % sollen in die Staatskasse fließen, 20 % würden an das Gesundheitsministerium gehen, 40 % an das Mincetur. Die verbleibenden 20 % seien für die Sportorganisation Instituto Peruano del Deporte verplant.

Die Glücksspielaufsicht werde dem Außenhandelsministerium unterliegen. Dieses werde das Online-Glücksspiel im Land überwachen. Dafür erhalte es die Befugnis, die Blockierung von IP-Adressen anzuordnen, die ohne Lizenz operierten oder nicht den Anforderungen des Glücksspielgesetzes gerecht würden.

Kontroversen um Steuerpflicht ausländischer Glücksspiel-Anbieter

Kritik am neuen Glücksspielgesetz gab es unter anderem vom peruanischen Sportwettenverband APADELA (Asociación Peruana de Apuestas Deportivas). Diesem zufolge werde mit der im Online-Glücksspiel-Gesetz beschlossenen Steuerregelung nicht jeder Anbieter gleichbehandelt.

Steuern, Justiz, Gerechtigkeit

Die steuerlichen Regelungen im neuen Glücksspiel-Gesetz haben im Vorfeld zu Kontroversen geführt. (Bild: Pixabay)

Steuerpflichtig seien Unternehmen mit Sitz oder Zweigstelle in Peru. Anbieter aus dem Ausland, die keine Zweigstelle in Peru besäßen, seien APADELA zufolge dementsprechend von der Steuerpflicht ausgenommen. Um dies zu vermeiden, so der Verband, wäre es nötig gewesen, im Gesetz zugleich die Pflicht der Anbieter zu verankern, in Peru einen Unternehmenssitz zu haben.

APADELA fordere die Regierung deshalb auf, Vorschriften zu erlassen, die es der Branche im Land ermögliche, sich gemäß internationaler Standards zu modernisieren. Nur auf diese Weise könne die Zunahme der Steuereinnahmen gefördert und ein Glücksspiel-Schwarzmarkt eingeschränkt werden.

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