, 04.05.2019

Heute startet in Louisville (Kentucky) das Kentucky Derby, das seit vielen Jahren zu den bedeutendsten Veranstaltungen im internationalen Pferderennsport zählt. Die Spannung ist groß, denn bei den Buchmachern gelten gleich zwei Pferde als heiße Anwärter auf den Sieg und ein Preisgeld in Höhe von 1,86 Millionen US-Dollar.

 

Großer Andrang auf den Tribünen und an den Wettschaltern

Alljährlich treten bei dem prestigeträchtigen Rennen 20 Pferde über eine Distanz von 1,25 Meilen (2.012 Meter) an. Für viele von ihnen ist bereits die Teilnahme ein Triumph, denn die Pferde müssen sich bei mehreren im Vorfeld stattfindenden Rennen auf der “Road to the Kentucky Derby” für das traditionsreiche Event qualifizieren.

Ein Fest für die Buchmacher
Das Derby verspricht den Anbietern von Sportwetten lukrative Einnahmen. So wurden im letzten Jahr insgesamt knapp 150 Millionen US-Dollar rund um das Rennen umgesetzt, was gegenüber 2017 einem Plus von 8 Prozent entspricht. Nach der Legalisierung von Sportwetten im letzten Jahr gehen Beobachter davon aus, dass diese Summe 2019 erneut kräftig steigen wird.

 

Das Rennen verspricht dabei gleichermaßen spannend für Wettfreunde und Buchmacher zu werden, denn bei den Anbietern werden derzeit gleich zwei Pferde als Favoriten eingeschätzt: Game Winner und Roadster liegen mit Quoten von 1:4,5, beziehungsweise 1:5,0 fast gleichauf, nachdem der Topfavorit Omaha Beach am Donnerstag aufgrund einer Verletzung vom Derby abgemeldet werden musste.

 

Bei dem auch “Run for the Roses” genannten Derby werden etwa 150.000 Besucher auf dem Churchill Downs Racetrack erwartet. Die Karten sind so begehrt, dass sie von den Fans inzwischen mindestens ein Jahr im Voraus gekauft werden.

 

Nicht das höchste Preisgeld, aber das höchste Prestige

Churchill Downs Racetrack

Die Churchill Downs-Bahn (Bild: Wikipedia)

Anders als bei vielen anderen Sportarten, bei denen sich die Bedeutung einer Veranstaltung an ihrem Preisgeld ablesen lässt, bestimmen beim Pferdesport zusätzliche Faktoren, wie dessen Geschichte oder die Liste der bisherigen Sieger, das Prestige.

 

So ist es zu erklären, dass das Kentucky Derby immer wieder zum wichtigsten Pferderennen des Jahres erklärt wird, obwohl es bei anderen Veranstaltungen viel höhere Summe zu gewinnen gibt.

 

In dieser Rangliste liegt der Dubai World Cup unangefochten an der Spitze: Das alljährlich Ende März ausgetragene Rennen ist mit einem Preisgeld von insgesamt 12 Millionen US-Dollar dotiert. Allein der diesjährige Sieger Thunder Snow konnte davon 7,2 Millionen US-Dollar einstreichen.

Die Triple Crown
Das Kentucky Derby ist Bestandteil der “Triple Crown” des US-amerikanischen Pferderennsports. Diese wird seit 1930 vergeben. Die Krone gewinnt, wer in einem Jahr die drei prestigeträchtigsten Rennen des Landes gewonnen hat. Neben dem Kentucky Derby gehören dazu das Preakness Stakes in Baltimore sowie das Belmont Stakes in Elmont, die ebenfalls seit mehr als 125 Jahren ausgetragen werden.

 

Insgesamt gelang es bisher lediglich 13 Pferden, die Triple Crown zu gewinnen. Der letzte derartige Triumph liegt jedoch noch nicht lange zurück, denn 2018 konnte sich Justify in den elitären Kreis einreihen. Auf einen Sonderbonus musste dessen Besitzer jedoch verzichten: Seit 2006 wird der zuvor bis zu 5 Millionen US-Dollar schwere Triple Crown-Jackpot nicht mehr ausgezahlt.

Mit insgesamt 3 Millionen US-Dollar Siegprämie ist das Derby noch nicht einmal in den USA das lukrativste Rennen. Dort liegt der jedes Jahr im Herbst auf verschiedenen Strecken ausgetragene Breeders’ Cup mit einem Gesamtpreisgeld von 5 Millionen US-Dollar an der Spitze.

 

Tradition und Spannung

Für das Derby von Kentucky spricht hingegen seine lange Geschichte, durch die es sich von anderen Reitsportveranstaltungen unterscheidet: Es findet heute bereits zum 145. Mal statt und es ist die bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreichende Historie, die das Rennen für die Beteiligten zu einem besonderen Event macht.

 

Im Vergleich zum Gründungsjahr 1875 sind der Breeders’ Cup (seit 1984) oder das Rennen in Dubai (erstmals 1996 ausgetragen) noch sehr junge Veranstaltungen und auch das traditionsreiche Tennisturnier von Wimbledon wurde erst zwei Jahre später gegründet.

 

Zusätzliche Spannung verspricht darüber hinaus die Zeit des Siegers. Diese liegt für die gut zwei Kilometer meist bei knapp über zwei Minuten. In der 144-jährigen Geschichte ist es erst zwei Pferden gelungen, unter der magischen Marke von 120 Sekunden zu bleiben. Seitdem letztmals Monarchos im Jahr 2001 1:59,97 lief, sind allerdings schon 18 Jahre vergangen.

 

Heute wird sich also zeigen, welches Pferd in die lange und ruhmreiche Liste der Sieger eingetragen wird und wie nah es dabei der Zwei-Minuten-Marke gekommen sein wird.