, 01.06.2020

Am Freitag sind in der philippinischen Hauptstadt Manila 90 chinesische Staatsbürger wegen des Betreibens illegalen Online-Glücksspiels verhaftet worden. Wie verschiedene internationale Medien berichten, sei die Polizei auf die Gruppierung aufmerksam geworden, nachdem mehrere Personen ohne Gesichtsmasken und Sicherheitsabstand gemeinsam ein Gebäude betraten.

 

Als die Polizei eingetreten sei, habe sie 48 Personen auf frischer Tat ertappt, wie sie an der Entwicklung von Online-Casinospielen arbeiteten, während die restlichen sich in den Räumlichkeiten befindenden Personen eng zusammensaßen, sich unterhielten und rauchten.

 

Bei der Durchsuchung seien insgesamt 53 Laptops, mehr als 100 Handys und Bargeld beschlagnahmt worden. Die Verdächtigen hätten keine Ausweise, Reisepässe oder Arbeitserlaubnisse vorzeigen können.

Die philippinischen Behörden kämpfen seit Jahren verstärkt gegen illegale Online-Glücksspielstätten, sogenannte POGOs (Philippine Offshore Gambling Operators). Die Glücksspielangebote richten sich vorrangig an chinesische Staatsbürger, da das Glücksspiel in China selbst verboten ist.

 

Oft werden daher chinesische Arbeiter rekrutiert, die unter dem Vorwand einer sicheren Karriere im Glücksspielsektor auf die Philippinen gelockt werden. Geraten diese an illegale und kriminelle Betreiber, werden ihnen oft schon bei Anreise sämtliche Dokumente und Pässe abgenommen.

Den Involvierten drohe jetzt eine Anzeige wegen illegaler Glücksspielaktivitäten sowie wegen Verstoßes gegen die Social-Distancing-Auflagen des Landes. Welche Strafen sie genau erhalten könnten, bleibt abzuwarten.

 

Eine Abschiebung in die Heimat scheine in jedem Fall wahrscheinlich, nicht zuletzt, weil die üblicherweise genutzten Urlaubsvisa eine Anstellung im Glücksspielsektor grundsätzlich verböten.

 

Neues Anti-POGO-Gesetz als Lösung?

Die philippinischen POGOs sind schon seit Jahren ein großer Streitpunkt innerhalb politischer Debatten. Auch Chinas Präsident Xi Jinping ermahnte die philippinische Regierung mehrmals, POGOs zu verbieten, um chinesische Arbeiter vor der Ausbeutung zu schützen.

 

Bisweilen jedoch hielt Präsident Rodrigo Duterte an dem wirtschaftlich sehr ertragreichen Sektor fest. Schließlich fließen zumindest dank der lizenzierten POGOs jährlich Millionen in die Staatskassen.

 

Jetzt wächst jedoch auch innerhalb des Landes der Druck. Erst Anfang Mai formulierten einige Politiker der Opposition ein potenzielles Anti-POGO-Gesetz [Bericht auf Englisch]. Dieses soll den Betrieb des Online-Glücksspiels im Land ausnahmslos verbieten. Im Gesetzesentwurf heißt es:

Es wird hiermit erklärt, dass Philippine Offshore Gaming Operators, oder POGOs, die innerhalb der Philippinen betrieben werden, zu einer immer größeren sozialen Bedrohung und Quelle unvorstellbarer Korruption geworden sind. Sie ziehen unsere Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und unser Einwanderungs- und Steuerrecht ins Lächerliche.

Dass Duterte sich des Gesetzesvorschlages annehmen wird, scheint dennoch zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich.

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