Donnerstag, 06. Oktober 2022

Das Ende einer Poker-Ära: Concord Card Casino löst Inventar auf

Chips, Hände Ist die Zeit der Concord Card Casinos in Österreich nun endgültig vorbei? (Bild: ccc.co.at)

Das Ende einer 30-jährigen Poker-Ära ist in Sicht: Nach der Schließung der Concord Card Casinos durch die österreichische Finanzpolizei am 13. September 2021 scheint Pokerkönig Peter Zanoni den Kampf um seine Poker-Rooms verloren zu haben. Jetzt wird auf der CCC-Webseite das Inventar der Spielstätten verkauft.

Grund für das endgültige Aus dürfte das neue österreichische Glücksspielgesetz sein, das am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist. Dieses sieht vor, dass Poker nur noch von konzessionierten Spielbanken angeboten werden darf.

In seiner langjährigen Geschichte sah es des Öfteren so aus, als schließe die Spielstätte für immer. Die Rede war von Konkursverfahren und Schließungen. Dennoch schaffte es Betreiber Peter Zanoni immer wieder, gesetzliche Schlupflöcher zu finden, um den Betrieb der Poker-Rooms aufrechtzuerhalten.

Online-Shop, Möbel

Das Inventar der Concord Card Casinos wird zum Verkauf angeboten. (Bild: ccc.co.at)

Zanonis Gastspiel in der Ibiza-Affäre

Es wurde gemunkelt, dass Zanoni Verbündete in den Reihen der Politik gehabt habe. Selbst in der Ibiza-Affäre um H. C. Strache soll dem Pokerkönig eine kleine Rolle zugedacht gewesen sein.

So soll Zanoni mit Strache eine enge Freundschaft gepflegt haben, die den Concord Card Casinos die lange ersehnte Konzession bringen sollte. Mit dem Skandal um Strache und dessen Rückzug aus der Politik scheint auch Zanoni einen engen Verbündeten in seinem Kampf verloren zu haben.

Jahrelanger Rechtsstreit: Concord Card Casinos wie Phönix aus der Asche

Seit der Gründung im Jahre 1993 sahen sich die Concord Card Casinos regelmäßig mit Steuernachforderungen und Konkursverfahren konfrontiert. So wurde im Februar 2016 vom Handelsgericht ein Konkursverfahren gegen CCC ein eingeleitet.

Die damalige Betreiberin war offiziell die CBA Spielapparate- und Restaurantbetriebs GmbH, an der Zanoni beteiligt gewesen sein soll. Zanoni hatte damals nachgewiesen, dass die CBA Verluste in Höhe von 190,8 Mio. Euro generiert habe. Der Betrieb des Unternehmens wurde eingestellt. Die neue Betreiberin der CCC wurde die Montesino Gruppe.

Erneut hieß es im Juli 2016, Zanonis Poker-Imperium stehe vor dem Aus. Wieder standen hohe Steuerforderungen im Raum. Diesmal ging es um Forderungen des Finanzamtes in Höhe von 310 Mio. Euro.

Der mit dem Fall beauftragte Insolvenzverwalter Günther Hödl kündigte damals die Kündigung aller Miet- und Pachtverträge an, so dass Zanoni die Räumlichkeiten nicht wieder unter einer neuen Firma an sich selbst vermieten konnte. Dennoch kam es nie zu einer endgültigen Schließung der Spielstätten.

Wie sich ein Insider casinoonline.de gegenüber in einem inoffiziellen Statement äußerte, habe es schon mehrmals Konkurs der CCC-Gruppe gegeben,

weil das Finanzamt in Österreich von jedem Pot, der im Cashgame gespielt wird, 25 % Steuer möchte - was natürlich unsinnig ist. Deshalb gibt es immer (theoretisch) einen Haufen Steuerschulden. Dann geht eine Firma in Konkurs und eine andere übernimmt - so auch diesmal.

Das endgültige Aus?

Trotz des Inkrafttretens des Glücksspielgesetzes am 1. Januar 2020 kam es zu einigen Versuchen, den Weiterbetrieb der Concord Card Casinos aufrechtzuerhalten. Im Februar 2020 versuchte Zanoni, die Spieler mit dem Verzicht auf die Hausabgaben (Rake) wieder an die Spieltische zu locken, nachdem die Finanzbehörden am 31. Januar 2020 eine vorläufige Schließung der Spielstätten erzwungen hatten.

Allerdings schien die Aktion nicht den erhofften Erfolg gebracht zu haben, denn im März 2020 teilte CCC auf seiner Webseite mit, dass der Betrieb endgültig eingestellt werden müsse, da keine Ressourcen mehr vorhanden seien, um einen Kampf „David gegen Goliath“ zu führen.

Dazu erklärte Zanoni:

Gemeinsam mit vielen treuen und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe ich in den vergangenen 28 Jahren die Concord Card Casinos zum markführenden Unternehmen im Bereich Pokerspiel und -sport in Europa aufgebaut. Mit großem Bedauern sehe ich mich veranlasst bekanntzugeben, dass ich mit dem heutigen Tage die Concord Card Casinos endgültig schließen muss.

Ein erneutes Aufbäumen schien sich im September 2020 anzubahnen, als österreichische Medien eine mögliche Wiedereröffnung der Concord Card Casinos ankündigten.

Erhärtet wurden die Gerüchte durch einen Facebook-Post des ehemaligen Recruiting-Managers Peter Graf, der nach Interessenten an der Teilnahme an einer Pokerdealer-Schulung suchte.

Zanoni bestätigte der Tageszeitung Österreich gegenüber die Wiedereröffnung der Poker-Rooms:

Ja, das stimmt. Wir haben ein System gefunden, Poker legal für Gäste anzubieten. Dem Glücksspielgesetz entsprechend kostenfrei für die Kunden.

Und tatsächlich nahmen die Wiener Standorte der Concord Card Casinos nach Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Mai 2021 ihren Betrieb eine Zeitlang auf, allerdings ohne behördliche Genehmigung.

Es schien nur eine Frage der Zeit gewesen zu sein, bis die Behörden erneut einen Riegel vorschoben. Ob die fast drei Jahrzehnte währende Saga um die Concord Card Casinos nun endgültig zu Ende gegangen ist, wird sich zeigen.