, 13.02.2021

Larry Flynt, Verleger des Erwachsenen-Magazins „Hustler“ und begeisterter High-Stakes-Pokerspieler, ist am Mittwoch im Alter von 78 Jahren verstorben. Dies meldete der Spiegel.

 

Flynt war nicht nur eine polarisierende Persönlichkeit in der Welt der Erwachsenenunterhaltung, er hinterlässt auch ein starkes Erbe in der Welt des Poker- und Casinospiels. Darüber hinaus war er erfolgreicher Betreiber des Hustler-Casinos in Kalifornien.

 

Karriere von ganz unten

Aufgewachsen in Kentucky zog Flynt als Jugendlicher nach Ohio und arbeitete dort in der Landwirtschaft und in der Schifffahrt. Dann hatte er die Idee, eine Bar für „hart arbeitende Männer“ zu eröffnen und stellte dort auch Hostessen zur Unterhaltung ein.

 

Das Konzept hatte so viel Anklang, dass Flynt innerhalb kurzer Zeit mehrere Strip-Clubs betreiben konnte. Geworben dafür hatte er mit Flyern, die sich schnell zu einem Magazin entwickelten. 1974 gab er den ersten „Hustler“ heraus. Hinzu kamen mehrere weitere Pornomagazine und Sexshops.

Mit dem Magazin, das sich von den Hochglanzheften „Playboy“ und „Penthouse“ unterschied, stieß er jedoch auf harsche Kritik. Ihm wurde Frauenfeindlichkeit vorgeworfen.

 

Im März 1978 schoss ein Attentäter Flynt nieder, da er in einer Ausgabe Sex zwischen Weißen und Schwarzen zeigte. Seitdem saß Flynt im Rollstuhl.

Larry Flynt: Casinospieler und Poker-Enthusiast  

Flynt hatte eine Leidenschaft für Seven-Card-Stud Poker. In den 90er Jahren veranstaltete er das größte High Stakes Seven-Card-Stud-Poker Cash Game. Bekannte Poker-Größen wie Stu Ungar, Ted Forrest, John Hennigan, David Benyamine, Barry Greenstein, Phil Ivey und Thor Hansen waren zugegen.

 

Da Flynt der Ruf eines talentfreien Spielers anhaftete, reisten Spieler von nah und fern an, um gegen ihn zu spielen. So kommentierte einst Eli Elezra:

Larry ist ein netter Kerl, aber er spielt viel zu viele Hände. Deshalb spielt jeder mit ihm. Er hat ein paar Mal eine Million Dollar gewonnen, aber am Ende des Jahres verliert er, was er verlieren soll.

Ausschluss aus der WSOP auf Lebenszeit

Flynt spielte nicht nur Cash Games, sondern nahm auch an Turnieren teil. Laut Hendon Mob soll er Live-Turniergewinne in Höhe von insgesamt 240.255 USD generiert haben. Bei der World Series of Poker (WSOP) 2000 belegte er den achten Platz.

Ausschluss aus der WSOP

 

Flynt soll im Jahre 1988 eine Wette abgeschlossen haben, dass er gegen Doyle Brunson gewinnen werde. Um sich aber einen Vorteil zu verschaffen, bezahlte er Spieler, die zu seinen Gunsten Chip-Dumping betrieben haben sollen. [Anm. d. Red.: Bei Chip-Dumping handelt es sich um unfaire Absprachen in Pokerturnieren. Mit dieser Taktik verlieren Spieler absichtlich, um einem anderen Spieler die Chips zuzuschieben.]

 

Davon soll Jack Binion Wind bekommen haben, woraufhin er Flynt auf Lebenszeit von der WSOP ausschloss. Als seine Tochter Becky Binion das Geschäft später übernahm, erlaubte sie Flynt wieder mitzuspielen. Allerdings konnte er nie wieder ein Turnier gewinnen.

 

Larry Flynt war eine umstrittene Persönlichkeit im Mainstream. Aber in der Poker-Community war er bekannt für seine Liebe zum Spiel. Möglicherweise ist es auch ihm zu verdanken, dass Seven Card Stud wieder an Popularität gewann.