, 29.01.2021

Henry „Enrique“ Tarrio, Anführer der rechtsextremistischen Organisation „Proud Boys“, soll für das FBI als verdeckter Ermittler im Kampf gegen das illegale Glücksspiel gearbeitet haben. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Nachrichtenagentur Reuters [Link auf Englisch] belegten dies Gerichtsunterlagen aus dem Jahre 2014.

 

Den Dokumenten zufolge soll der heute 36-Jährige nach einer Festnahme wegen Betrugs im Jahre 2012 damit begonnen haben, mit den Behörden zu kooperieren. Als Resultat seiner Arbeit seien 13 Personen in zwei unterschiedlichen Fällen strafrechtlich belangt worden. Zudem habe Tarrio den Strafverfolgern bei den Ermittlungen zu einem illegalen Glücksspielring geholfen.

Tarrio und seine Organisation „Proud Boys“ hatten in den vergangenen Jahren den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump unterstützt und sich für dessen Wiederwahl engagiert. Mittlerweile ermitteln Strafverfolger gegen mehrere Mitglieder der Gruppe im Zusammenhang mit dem Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar.

Ex-Staatsanwältin bestätigt Spitzel-Tätigkeit

 

Obwohl Tarrio seine Kooperation mit den US-Behörden gegenüber Reuters bestritten habe, mehren sich die Beweise dafür, dass der vorbestrafte Betrüger tatsächlich als Spitzel im Einsatz gewesen sein könnte.

 

So sei eine Zusammenarbeit mit den US-Behörden von der ehemaligen Bundesanwältin Vanessa Singh Johannes bestätigt worden. Sie war im Betrugsstrafverfahren gegen Tarrio tätig:

“Er hat mit den örtlichen und Bundesstrafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet, um bei der Strafverfolgung derjeniger zu helfen, die andere, separate kriminelle Unternehmen betrieben haben, angefangen mit dem Betrieb von Marihuana-Gewächshäusern in Miami hin zu Betrug mit Pharmazeutika.“

Tarrio selbst war im Jahre 2013 wegen des Verkaufs gestohlener Diabetes-Tests zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. Zudem sollte er 1,2 Millionen US-Dollar Entschädigung zahlen.

 

Wie CNN berichtet, drohe Tarrio nun neuer Ärger mit dem Gesetz. Am 4. Januar sei der rechte Aktivist wegen der mutmaßlichen Verbrennung eines „Black Lives Matter“-Banners in Washington D.C. festgenommen worden. Bei der Durchsuchung seiner Tasche hätten Beamte auch Magazine für Sturmgewehre der Typen AR-15 und M4 gefunden.

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