, 01.10.2020

Die Betreiber vieler italienischer Pferde-Rennstrecken dürfen sich in Kürze über staatliche Subventionen freuen. Das italienische Ministerium für Land- und Forstwirtschaft (Mipaaf) hat Mitte der Woche die zugrundeliegenden Kriterien veröffentlicht.

 

Das entsprechende Dekret zur Subventionierung des Pferderennsports hatte das Ministerium erst Mitte September verabschiedet. Ziel des Dekrets und der daraus resultierenden Subventionierung sei die Modernisierung des gesamten Pferdesport-Sektors.

Um sich als Empfänger der finanziellen Hilfen zu qualifizieren, müssen die Rennstrecken-Betreiber acht Grundvoraussetzungen erfüllen:

 

  • Sie müssen als kleine oder mittelständische Unternehmen registriert sein.
  • Im Moment der Antragstellung müssen sie im nationalen Unternehmensregister (REA) verzeichnet sein.
  • Die Rennstrecke muss zum Zeitpunkt der Antragsstellung aktiv betrieben werden und die vorgeschriebenen Sozialversicherungsabgaben leisten.
  • Sie müssen sich an die geltenden Gesetze und Vorschriften zum Arbeiterschutz, zur Vorbeugung von Arbeitsunfällen und Arbeitsausfällen sowie zu Tarifverträgen halten.
  • Sie müssen unabhängig von anderen Rennstrecken arbeiten.
  • Gegen sie darf keine Rückforderungsanordnung seitens der Europäischen Kommission vorliegen, nach der die Subventionierung mit dem europäischen Binnenmarkt als unvereinbar gilt.
  • Sie dürfen keine Subventionen von anderen öffentlichen Gebern für denselben Zweck erhalten.
  • Sie dürfen sich nicht in Konkurs, Liquidation oder in finanzieller Abhängigkeit von Gläubigern befinden.

Die Höhe der Subventionen werde für jede Rennstrecke individuell festgelegt. Grundsätzlich sollen 60 % des zur Verfügung stehenden Fonds an Rennbahnen gehen, auf denen Trabrennen stattfänden. Die restlichen 40 % hingegen seien den Rennbahnen des Galopp-Rennsportes vorbehalten.

 

Nachzucht von Pferden direkt an der Rennbahn

Eine weitere maßgebliche Änderung, die im Rahmen des Dekretes beschlossen worden ist, betrifft die Nachzucht von Rennpferden. Wie das italienische Sportmagazin AGIMEG berichtet [Seite auf Italienisch], solle diese künftig Aufgabe der Rennstrecken-Betreiber sein.

 

Die verschiedenen Pferdesport-Verbände des Landes begrüßten die neue Regelung. Der Vorsitzende des Nationalverbandes zur Zucht von Rennpferden (ANACT), Ubaldo La Porta, erklärt:

Die Rennstrecken, auf denen Trabrennen durchgeführt werden, sind ideal für die Nachzucht, da dadurch eine bessere Auswahl der Pferderassen erfolgen kann, die dann bei sportlichen Wettkämpfen herausragen können. Dadurch entsteht ein positiver Zyklus der nicht gebrochen werden darf und wir stellen uns gegen jeden, der die Nachzucht von der Organisation der Rennen trennen will.

Dem stimmten auch der Vorsitzende der Nationalen Vereinigung für Vollblutpferdezüchter (ANAC), Massimo Parri, sowie die Vorsitzende der Nationalen Galopp-Vereinigung, Isabella Bazzera, zu.

 

Laut Bazzera sorge das Dekret erstmals für einen klaren Überblick über die Pferdesportbranche. Die Zusammenlegung von Zucht und Rennsport befürworte sie stark. Ihrer Ansicht nach könne so illegalen Aktivitäten innerhalb der Pferdezucht besser vorgebeugt werden.