, June 16, 2017

Stephen Reilly mit zwei Kollegen bei den RWM Masters 2016

COO Stephen Reilly (Mitte), hier bei den RWM Masters 2016, ist fest entschlossen, die Lizenz für sein Casino wiederzuerlangen. (Bildquelle)

Nach dem verheerenden Brand infolge eines mutmaßlichen Raubüberfalls im philippinischen Casinokomplex Resorts World Manila (RWM) am 2. Juni mit mehreren Toten hat die Einrichtung nun ihre Zulassung verloren. Die staatliche Aufsichtsbehörde des Landes, die Philippine Amusement and Gaming Corporation (PAGCOR), hat der Betreibergesellschaft Travellers International Hotel Group aufgrund von Sicherheitsmängeln die Lizenz entzogen. Erst wenn alle Sicherheitslücken geschlossen und die Ermittlungen abgeschlossen sind, bestehe die Möglichkeit, die Zulassung wiederzuerhalten. Bei dem Überfall Anfang des Monats sind laut Angaben von PAGCOR 37 Menschen ums Leben gekommen und 54 verletzt worden. Der Angreifer selbst nahm sich das Leben.

 

Sicherheitslücken verursachen große Schäden für Tourismus

Auf seiner Website hat PAGCOR eine Pressemeldung veröffentlicht, in der der Verband seine Entscheidung erklärt. Einen Spielbetrieb unter dem Namen Resorts World Manila wird es vorerst nicht geben:

„Durch die Suspendierung hat RWM für die Zeit der Ermittlungen hinsichtlich seiner Verantwortlichkeit für die Vorfälle am 2. Juni sämtliche Spielaktivitäten einzustellen.“

Sollte das Casino gegen die Auflagen verstoßen, so werde PAGCOR weitere Sanktionen anordnen. Erst, wenn sämtliche Sicherheitsmängel behoben sind, erhalte das Resorts World seine Lizenz zurück:

„RWM erhält seine Lizenz erst zurück, wenn es seine eklatanten Sicherheitslücken ausgebessert hat. Durch diese fatalen Verfehlungen sind nicht nur Menschenleben und Eigentum zerstört worden, sondern sie lassen auch die philippinische Glücksspielbranche, den Tourismus und das Gastgewerbe unseres Landes in einem schlechten Licht dastehen.“

Auf einem Überwachungsvideo ist zu erkennen, dass der Täter ungehindert das Casino betreten konnte, obwohl er eine Waffe bei sich führte.

 

Geschäftsführung mit Einsicht und Kampfgeist

Um die von PAGCOR beanstandeten Sicherheitslücken so schnell wie möglich zu schließen, soll sich die Geschäftsführung bereits an ein Sicherheitsunternehmen gewandt haben, das seine Sicherheitsvorkehrungen untersuchen und verbessern soll. Bei RWM ist man fest entschlossen, sich von dem Überfall nicht beirren zu lassen und das Casino weiterzuführen, wie COO Stephen Reilly von RWM erklärte:

„Wir werden das Resorts World wiederaufbauen und zwar noch besser und stärker als zuvor.“

Reilly zeigte sich zutiefst betroffen von den Folgen des mangelhaften Sicherheitssystems seines Unternehmens und kündigte an, Vorkehrungen zu treffen, damit derartige Zwischenfälle in Zukunft ausgeschlossen sind:

„Die jüngste Umgehung unserer Sicherheitsmaßnahmen und die daraus resultierenden Todesfälle sind unglaublich tragisch und wir werden alles dafür tun, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Ein wichtiger Faktor beim Wiederaufbau ist die Einbeziehung internationaler Experten.“

Das Resorts World Manila soll den Angehörigen der Opfer außerdem Schadensersatzzahlungen sowie die Übernahme der Beerdigungskosten zugesagt haben. Was die aktuelle Sicherheitslage in der Hauptstadt betrifft, so hat der Bürgermeister von Manila anlässlich des Miss Manila Schönheitswettbewerbs am 25. Juni erklärt, dass die Stadt umfassend gesichert sei und man ein eigenes Sicherheitskonzept für die Veranstaltung erarbeitet habe.

 

Neue Erkenntnisse zur Person des Täters

Der Täter hatte mit einem Sturmgewehr bewaffnet das Casino betreten. Anschließend schoss er im Inneren des Gebäudes in die Luft, setzte mehrere Spieltische in Brand und steckte Jetons in seinen Rucksack. Die Sicherheitskräfte konnten aufgrund der Rauchschwaden lange nicht in das Gebäude eindringen. Entgegen den Behauptungen des IS, der Angriff sei auf seine Initiative erfolgt, schließt die Polizei einen terroristischen Hintergrund aus. Angeblich soll es sich bei dem Täter um einen 42-jährigen Ex-Beamten namens Jessie Carlos handeln. Nach der Trennung von seiner Frau, dem Verlust seiner Arbeitsstelle, einer Spielsperre in den Casinos des Landes und hohen Spielschulden hatte der Mann den Angriff verübt.