, 14.03.2020

Die im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus verhängten Schulschließungen haben in Italien zu einem starken Anstieg des Datenverkehrs im Internet geführt. Viele  Kinder wenden sich Online-Videospielen zu, um die Langeweile zu vertreiben. Infolge des Fortnite-Marathons und des damit verbundenen erhöhten Datenverkehrs soll es zur Netzwerküberlastung bei der Telecom Italia gekommen sein.

 

Gaming als einzige Freizeitbeschäftigung

 

In der vergangenen Woche hat Italien die Schulen per Dekret bis Mitte März geschlossen. Viele Eltern können die Maßnahme zwar verstehen, stehen aber vor der Frage: Was tun mit den Bambini? Die Grundschülerin Chiara Santoro beschrieb die Situation der deutschen Tagesschau gegenüber wie folgt:

„Wenn ich daheim bin, langweile ich mich. In der Schule habe ich wenigstens was gemacht, da habe ich Freunde getroffen. „

Da Eltern empfohlen wird, auch den Kontakt zwischen den Kindern möglichst einzuschränken, erfreuen sich Online-Videospielen wie „Fortnite“ oder „Call of Duty“ derzeit besonderer Beliebtheit. Die Multiplayer-Games erlauben es den Kinder, auch weiterhin miteinander zu spielen. Allerdings beanspruchen die Spiele mehr Bandbreite als die Business-Programme ihrer von zu Hause aus arbeitenden Eltern. Aktualisieren die Kinder die Spiele und laden viele Spieler gleichzeitig die neuesten Updates herunter, steigt der Datenverkehr sogar noch mehr an.

In Irland haben verschiedene Telekommunikationsunternehmen heute mitgeteilt, das Breitbandnetzwerk habe die Kapazität, mit einem steigenden Datenverkehr zurechtzukommen, wenn die Arbeit im Home Office infolge des Coronavirus zunehmen sollte. Zudem verfüge man über eine zuverlässige Fehlerüberwachung, die Probleme mit dem Netz zeitnah entdecken und beheben könne.

Massiver Anstieg des Datenverkehrs

 

Die Telecom Italia hat in dieser Woche einen Anstieg des Internetverkehrs über das Festnetz von mehr als 70 Prozent gemeldet. Mit dem Fortnite-Marathon nahmen allerdings auch die Beschwerden über den Verlust von Internetverbindungen zu.

 

Telecom Italia dagegen versicherte in einer Erklärung, dass es sich hierbei um Einzelvorkommnisse handele und lediglich einige Anwendungen betroffen seien. Verantwortlich sei hierfür ein Ausfall im internationalen Netzwerk gewesen.

 

Angesichts der Tatsache, dass sich immer mehr europäische Länder, darunter Spanien und Frankreich sowie mehrere Bundesländer in Deutschland, für die Schließung der Schulen, Kindergärten und Universitäten entscheiden, könnte der Datenverkehr im Internet jedoch in ganz Europa massiv ansteigen. Dies könnte auch zu weiteren Netzwerkschwierigkeiten führen.