Donnerstag, 30. Juni 2022

Schweiz: Glücks­spiel-Markt hält 2021 das Vorjahres­niveau

Tätigkeitsbericht 2021 ESBK Die ESBK informiert über das Glücksspiel in der Schweiz (Bild: ESBK)

In der Schweiz haben sich Bruttoerträge und Spielbankenabgaben von Unternehmen aus der Glücksspiel-Branche 2021 in etwa auf dem Vorjahresniveau gehalten. Das ist das Ergebnis des Tätigkeitsberichts, den die Glücksspiel-Behörde Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) am Mittwoch präsentierte.

Im Jahr 2021 flossen von den Glücksspiel-Anbietern demnach Steuern in Höhe von 249 Mio. CHF (245 Mio. Euro) an den Staat. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem leichten Plus von 1 Mio. CHF. Zudem gingen 26 Mio. CHF in die Kantone mit Spielbanken (2020: 27,3 Mio. CHF).

Allerdings fällt das Ergebnis bei der Betrachtung der Vor-Corona-Zeit schwächer aus. So hat der Bund 2019 noch Steuereinnahmen in Höhe von 312 Mio. CHF verzeichnen können. Die Kantone konnten damals 51,8 Mio. CHF und damit über 90 % mehr generieren.

Gegenläufige Entwicklung

Der ESBK-Bericht zeigt deutliche Unterschiede bei der Entwicklung von Online- und Offline-Glücksspiel. So konnten die Online-Anbieter in der Schweiz stark zulegen, während terrestrische Casinos einen erheblichen Umsatzrückgang hinnehmen mussten.

Als entscheidend für den Umsatzrückgang im terrestrischen Bereich sieht die ESBK die Auswirkungen der Corona-Pandemie an. Die Spielbanken konnten aufgrund der Schließung der Casinos lediglich einen Bruttoertrag von 406 Mio. CHF erwirtschaften. Im Vergleich zu den im Jahr 2020 generierten 452 Mio. CHF entspricht dies einem Rückgang um gut 10 %.

Dies wirkte sich auch auf die Spielbankenabgaben im terrestrischen Bereich der Casinos aus. Die ESBK schreibt dazu:

Für ihre landbasierte Tätigkeit entrichteten die Casinos Spielbankenabgaben in Höhe von insgesamt 175 Millionen Franken, was einem Rückgang der Steuerreinnahmen um 23 Millionen Franken bzw. 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Erfreulicher entwickelten sich die Abgaben aus dem Online-Sektor. Die von den Online-Casinos der Schweizer Spielbanken geleisteten Zahlungen wuchsen der ESBK zufolge um 27,7 % auf 100 Mio. CHF. Verantwortlich dafür ist der stark gestiegene Bruttospielertrag im Online-Sektor. Dieser konnte gegenüber dem Vorjahr um 25 % auf 234 Mio. CHF zulegen.

Kampf gegen das illegale Glücksspiel

Auch über den aktuellen Stand beim Kampf gegen das illegale Glücksspiel informierte die ESBK. Sie sei ihrer Aufsichtspflicht trotz der Pandemie-bedingten Einschränkungen lückenlos nachgekommen.

Die ESBK erklärt:

In allen landbasierten Casinos fanden Inspektionen statt, und der Online-Spielbetrieb - ein sehr dynamischer Bereich - wurde in den elf betroffenen Spielbanken systematisch überprüft.

Im vergangenen Jahr seien in der Schweiz 160 Strafbescheide wegen des illegalen Glücksspiels erlassen worden. Im Rahmen der Bekämpfung hätten fünf illegale Spielbanken ausgehoben werden können. Zudem sei es zu elf Hausdurchsuchungen gekommen.