, 24.10.2020

Vielerorts in Europa müssen Glücksspieleinrichtungen angesichts verschärfter Corona-Schutzmaßnahmen schließen. Im spanischen Katalonien hat die Regierung daher in dieser Woche per Dekret beschlossen, dass Casinos, Spielhallen und Bingohallen nur noch die Hälfte der Miete zahlen müssen. Die Reduktion soll für die Zeit Corona-bedingter Schließungen gelten.

 

Automatische Mietreduktion von 50 %

 

Seit vergangenem Freitag befinden sich in der autonomen Gemeinschaft Katalonien Bars und Restaurants, aber auch Casinos und Spielhallen im Lockdown. Die Schließungen waren zunächst für 15 Tage angesetzt worden, könnten aber fortbestehen, sofern sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen nicht verringert.

 

In Spanien wurden Vermieter von Geschäftsräumen schon länger dazu aufgefordert, Einigungen mit ihren Mietern zu erzielen, sollten deren Geschäftstätigkeiten durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt sein. Die Neuverhandlung der Mietpreise hat die katalanische Lokalregierung nun im Rahmen eines Dekretes gesetzlich festgelegt.

Bereits aufgrund des Lockdowns im März und April hatten viele autonome Gemeinschaften Glücksspielunternehmen mit Steuererleichterungen unterstützt. So hatten beispielsweise Glücksspielanbieter in Andalusien für das zweite Quartal 2020 einen Nachlass von 100 % auf die vierteljährliche Abgabe für Spielautomaten erhalten. Die Madrider Lokalregierung hatte die Gewerbesteuer für Glücksspielanbieter gesenkt und in der Extremadura konnten Unternehmer einen Zahlungsaufschub für ihre Abgaben erhalten.

Sollte es Mietern von Geschäftsräumen, die wegen des Corona-Lockdowns schließen mussten, nicht gelingen, sich mit ihrem Vermieter auf eine Mietreduktion zu einigen, wird die Miete nun automatisch um 50 % reduziert. Diese Reduktion gilt von dem Tag an, an dem der Mieter seinem Vermieter mitgeteilt hat, dass er über die Miethöhe verhandeln möchte.

 

Neben Bars, Restaurants, Sportstudios und Schönheitssalons können Casinos, Spielhallen und Bingohallen die Senkungen in Anspruch nehmen. Präsidentschaftsberaterin Meritxell Budó erklärte:

Das Ziel ist es, die Schließung von Unternehmen und die Zerstörung von Arbeitsplätzen zu verhindern, außerdem eine Überbeanspruchung der Gerichtsbarkeit zu vermeiden und eine Einigung innerhalb von einem Zeitraum von einem Monat zu begünstigen.

Das neue Maßnahmenpaket beinhaltet auch, Unternehmen neue Finanzierungsmöglichkeiten und Kreditkanäle zu eröffnen. So sollen kurzfristige Kredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren ermöglicht werden, um Unternehmen das Überleben in der Coronakrise zu sichern.

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