, 24.03.2020

In der gesamten Bundesrepublik Deutschland bleiben die Casinos und Spielhallen bis auf weiteres geschlossen. Während der Spielbetrieb somit gänzlich ausbleibt, scheinen sich Gelegenheiten zu bieten, langfristige Konzepte zu überdenken und das Thema Spielerschutz in den Fokus zu rücken.

 

Die Spielbank Stuttgart erklärte gegenüber der Stuttgarter Zeitung, welche Maßnahmen bereits ergriffen würden und wie man künftig mit der Suchtprävention umgehen werde. In dem Bericht von Montag ist vor allem die Rede von Mitarbeiterschulungen und Kooperationen mit Spielsucht-Experten.

Die Spielbank Stuttgart ist eines der drei staatlich betriebenen Casinos des Landes Baden-Württemberg. Das Casino ist im Jahr 1996 eröffnet worden und feiert somit bald sein 25-jähriges Jubiläum. Besucher können an mehr als 220 Spielautomaten und zahlreichen Spieltischen ihr Glück versuchen. Die Spielbank veranstaltet auch regelmäßig Pokerturniere und spezielle Glücksspiel-Events.

Spielerschutz spielt eine immer zentralere Rolle

Der Prokurist der Baden-Württembergischen Spielbanken, Uwe Kniesel, erklärt dass die Spielbank Stuttgart seit vielen Jahren ihren Spielerschutz kontinuierlich ausbaut und verstärkt.

 

Es werde heute viel Geld und Aufwand in den Spielerschutz investiert. Vor allem die Mitarbeiter des Casinos seien dazu angehalten, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, was sehr gut funktioniere.

 

In erster Linie sollten die Angestellten auffälliges Spielverhalten ihrer Gäste erkennen können. Kaufe ein Spieler stetig neue Jetons oder „jage er seinen Verlusten nach“, müsse eine Meldung gemacht werden, damit ein geschulter Spielerschutzbeauftragter das Gespräch ersuchen könne.

 

Kniesel dazu gegenüber der Stuttgarter Zeitung:

Wir versuchen, herauszufinden, was los ist. Die meisten Gäste reagieren darauf positiv […] Wir können unsere Hilfe nur anbieten oder im Akutfall eine Spielsperre veranlassen, die dann deutschlandweit gilt.

Bereits seit dem Jahr 1999 arbeitet das Casino mit der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (EVA) zusammen. Wie auf der Webseite der Spielbank Stuttgart erläutert wird, bestehe dadurch eine Kooperation mit 800 hauptamtlichen Mitarbeitern, die sowohl einen Raum für Selbsthilfe schafften als auch für externe Hilfe sorgten.

 

In Zukunft wolle das Casino auch vermehrt mit Forschungsstellen kooperieren. Bereits jetzt engagiere sich die Spielbank für die Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim, um ihr Spielerschutzkonzept nachhaltig zu verbessern.

 

Wann die Spielbank Stuttgart und andere Casinos in Deutschland ihren Geschäftsbetrieb fortsetzen können, bleibt abzuwarten.

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