, 08.06.2019

Der britische Lotteriebetreiber Camelot weigert sich weiterhin hartnäckig, zwei Spielern einen millionenschweren Gewinn auszubezahlen, da das Unternehmen Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Anspruchs hat. Jetzt haben die Spieler einen Anwalt eingeschaltet und wollen Camelot auf Auszahlung der ausstehenden 4 Millionen Pfund Sterling verklagen.

 

Die beiden Freunde Mark Goodram und Jon-Ross Watson hatten am Ostermontag einen der Jackpots der Camelot-Lotterie geknackt. Doch noch immer warten die 36 und 31 Jahre alten Männer aus Bolton in Mittelengland auf die Überweisung des Millionenbetrags, den sie mit einem Rubbellos erspielt hatten.

 

Nutzten die Spieler eine gestohlene Kreditkarte?

Grund für die Weigerung Camelots sind Zweifel des Glücksspiel-Anbieters an der Rechtmäßigkeit der Ansprüche. Zwar konnten Mark Goodram und Jon-Ross Watson belegen, dass es sich um ein echtes Los handelte und dass sie es Ostern in einem Londoner Geschäft legal erworben hatten, allerdings hegt Camelot rechtliche Bedenken aufgrund der dubiosen Zahlungsmethode.

Ein wichtiger Grund für die Skepsis Camelots dürfte in der kriminellen Vergangenheit der Spieler liegen. Beide sind wegen diverser Vergehen mehrfach vorbestraft und aktenkundig. In der Vergangenheit machten sie insbesondere durch Drogen- und Betrugsdelikte negativ auf sich aufmerksam.

 

In den britischen Medien hatten Goodram und Watson nach ihrem scheinbar so nahen Millionengewinn für viel Aufmerksamkeit gesorgt, da sie in sozialen Netzwerken freizügig mit Geldscheinen und Champagnerflaschen posierten und verbreiteten, wofür sie all das Geld ausgeben würden.

Die Glückspilze in spe hatten das Rubbellos nicht bar bezahlt, sondern mit einer Kreditkarte, deren Legalität Camelot anzweifelt, da beide Spieler über kein Bankkonto verfügen. Deshalb nimmt Camelot an, dass die Karte gestohlen oder illegal erworben sein könnte.

 

Auf die Frage, von wem die Karte käme, gaben Goodram und Watson damals an, dass sie einem gewissen John gehöre. Diesen angeblichen Freund konnten sie jedoch nie präsentieren, um ihre Aussage zu bestätigen.

 

Deshalb gab Camelot Service-Manager Andrew Crozier am 28. Mai bekannt, den Jackpot nicht auszubezahlen. In einem Statement fügte das Unternehmen an:

Wir kommentieren individuelle Gewinnansprüche nicht. Die Befolgung strikter Sicherheitsregeln ist Bestandteil bei der Überprüfung von Ansprüchen.

Das Unternehmen habe den Fall intensiv geprüft und halte den Anspruch für “nicht gerechtfertigt”, so der Lotteriebetreiber. Als Antwort darauf nahmen sich Goodram und Watson nun einen Anwalt.

 

Anwalt mit fragwürdigem Hintergrund

Rubbellos

Die Jackpot-Rubbellose (Bild: national-lottery.co.uk)

Ob sich Camelot davon beeindrucken lässt, ist fraglich. Denn auch der Anwalt, Henry Hendron, hat einen äußerst zweifelhaften Ruf. So ist er erst seit Kurzem wieder als Anwalt zugelassen, nachdem er wegen einer Verurteilung aufgrund von Sex- und Drogenvergehen gesperrt worden war.

 

Nach Ansicht des Gerichts hatte Henry Hendron Anfang 2018 für 1.000 Pfund Sterling Drogen gekauft [Seite auf Englisch], die er auf Partys weiterveräußern wollte. Stattdessen starb sein 18-jähriger Freund daraufhin an einer Überdosis und die faulen Geschäfte des Anwalts flogen auf.

 

Henry Hendron gab Camelot bis zum kommenden Dienstag Zeit, auf seine Klagedrohung zu reagieren. Sollte bis dahin keine zufriedenstellende Antwort bei ihm eingehen, würde er für Goodram und Watson vor Gericht ziehen.

 

Nach Aussagen gegenüber der Sun wolle er seine beiden Klienten kostenlos vertreten. Eine Zahlung falle lediglich an, wenn er mit der Klage erfolgreich sei und die Millionensumme von dem Lotteriebetreiber erstritten habe. Zur Höhe seiner Provision äußerte sich Henry Hendron nicht.