Dienstag, 04. Oktober 2022

Sportler der virtuellen Tour de Suisse müssen allein zu Hause radeln

Das virtuelle Rennen der Tour de Suisse, die Digital Swiss 5, hat am Mittwoch begonnen. Das hat die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Wie viele andere Radsportveranstaltungen war auch die Tour de Suisse Anfang des Monats abgesagt worden. Das Rennen wurde stattdessen ins Internet verlegt und findet dort seit Mittwoch als Digital Swiss 5 virtuell statt.

Jeder kämpft für sich allein

Im Gegensatz zur realen Tour de Suisse fährt im virtuellen Rennen jeder für sich allein zuhause.

Ihre Räder installieren die Sportler dafür auf intelligenten Rollentrainern, die mit der virtuellen Radsport-Plattform Rouvy verbunden sind. Dort hat jeder Sportler einen Avatar mit der Uniform seines Teams.

Die Hürden sind ähnlich derer eines realen Rennens: Auch die virtuelle Tour führt die Sportler über Steigungen, die man als Widerstand in den Pedalen spürt. Das virtuelle Rennen habe jedoch auch seine besonderen Herausforderungen, so Kilian Frankiny vom Groupama-FDJ-Team:

Du siehst die anderen Fahrer nicht, du siehst ihre Gesichter nicht, wie sie leiden. Du leidest allein. Du bist wirklich allein und du siehst die anderen am Computer.

Frankiny, der sein Rad auf seinem Balkon mit Blick auf die umliegende Hügellandschaft aufgebaut hat, glaubt, dass jeder lieber auf der echten Straße fahre. Für den Winter oder für Ausnahmesituationen wie die Corona-Pandemie sei das virtuelle Rennen jedoch eine gute Idee.

Und auch die Wettbegeisterten unter den Radsportfans kommen auf ihre Kosten. Wie gewohnt, können auch für die virtuelle Tour de Suisse Wetten abgegeben werden. Die Gewinnchancen stehen für das heutige Rennen besonders gut für den Slowenier Primoz Roglic (3.00) und den Polen Michal Kwiatkowski (9.00).

Fünf Etappen, 178,5 virtuelle Kilometer

Die virtuelle Tour de Suisse [Seite auf Englisch] umfasst insgesamt fünf Etappen. Die erste Etappe wurde am Mittwoch mit 57 Sportlern aus 19 Teams absolviert. Der Gewinner des ersten Abschnitts ist der Australier Rohan Dennis vom Team Ineos, der für die Strecke 39 Minuten und 46 Sekunden benötigte.

Die Etappe war mit 26,6 km kürzer als die echte Rennstrecke und führte von Moudon durch das Rhonetal über eine Bergstraße nach Leukerbad. Der zu überwindende Höhenunterschied lag bei insgesamt 1.192 Metern.

Den zweiten Abschnitt mit 46 km vom Mittwoch gewann der Schweizer Stefan Küng mit 54 Minuten und 30 Sekunden.

Das Rennen dauert noch bis Sonntag. Übertragen wird das Rennen zum Beispiel über die Rouvy-App. Auch die BBC streamt die virtuelle Tour auf ihrer Sport-Webseite.