, 05.10.2021

Erst die Flutkatastrophe in Deutschland, dann der Vulkanausbruch auf La Palma: In diesem Jahr sind viele Gebiete von Naturkatastrophen betroffen. Um nicht nur den Wiederaufbau, sondern auch die wirtschaftliche Erholung zu gewährleisten, sind Unterstützungen jeder Art von Bedeutung. Die Regierung der Kanaren hat daher nun beschlossen, die Steuern für Glücksspielunternehmen auf La Palma zu reduzieren.

 

Seit Ausbruch des Vulkans auf der Kanareninsel La Palma kommen Natur und Bevölkerung nicht mehr zur Ruhe. Nachdem der Kegel des Vulkans zum Teil eingestürzt ist, verstärkt sich der Strom der mehr als 1.000 Grad heißen Lava. Sie fließt immer stärker in Richtung Meer und hat dabei zahlreiche Straßen sowie mehr als 1.000 Wohngebäude zerstört.

Zu den stärksten Wirtschaftszweigen der Kanareninsel La Palma gehören der Bananenanbau und der Tourismussektor. Mehr als 600 Bananenbauern mussten mit ansehen, wie ihre Plantagen von der Lava zerstört wurden. Für die wirtschaftliche Erholung der Insel nach der Naturkatastrophe ist daher der Tourismus – und mit ihm die Glücksspielbranche – von entscheidender Bedeutung. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat daher an Reisewillige appelliert, La Palma so schnell wie möglich wieder zu besuchen. Reisen auf die Kanareninsel seien sicher und es sei für die Bevölkerung wichtig, in dieser Zeit nicht die Einnahmen durch das Gastgewerbe zu verlieren.

Für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung La Palmas hat Ministerpräsident Pedro Sánchez am vergangenen Sonntag ein Hilfspaket in Höhe von 206 Mio. Euro angekündigt. Die Regierung der Kanaren verabschiedete zudem ein Paket mit erheblichen Steuererleichterungen.

 

Steuererleichterungen auf La Palma und in Deutschland

 

Die festen Steuersätze, die Glücksspielunternehmen auf La Palma im dritten Quartal 2021 zahlen müssen, werden reduziert. Für den Erwerb neuer Immobilien werden Steuererleichterungen eingeführt. Unternehmer, die Steuerschulden haben, erhalten zudem die Möglichkeit, deren Zahlung aufzuschieben.

 

Steuerliche Erleichterungen sind auch für deutsche Unternehmer vorgesehen, die von der Flutkatastrophe betroffen sind. Von einer Aussetzung der Vergnügungssteuer können Glücksspielunternehmen hier nicht profitieren.

 

Allerdings sind beispielsweise Sonderabschreibungen von bis zu 30 % beim Wiederaufbau von Betriebsgebäuden möglich. Auch für Anlagegüter, wie zum Beispiel Spielautomaten, werden Sonderabschreibungen gewährt.

Unternehmen, die nicht selbst von Naturkatastrophen betroffen sind, aber mit Spenden helfen möchten, können diese ebenfalls steuerlich geltend machen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass hierfür Zuwendungsbestätigungen vorgelegt werden müssen. Bis Ende 2021 reicht bei Spenden zugunsten der vom Hochwasser Betroffenen ein vereinfachter Nachweis, zum Beispiel in Form eines Bankauszuges, aus.

Dass Steuererleichterungen allein oft nicht ausreichen, damit betroffene Unternehmen möglichst zügig ihre Arbeit wiederaufnehmen können, zeigt das Beispiel der Spielbank Bad Neuenahr. Sie musste ihren alten Standort aufgeben, nachdem das Casino von der Flut stark beschädigt worden war.

 

Bis ein neues Gebäude entstehen kann, werde es nach Angaben des Geschäftsführers Michael Seegert schätzungsweise drei bis fünf Jahre dauern.

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