Montag, 03. Oktober 2022

Korruptions­verdacht: Razzia bei Lotterie-Kommission von Südafrika

Polizeiwagen Südafrika

In Südafrika ist die Polizei mit einer Razzia gegen die Korruption im Glücksspiel vorgegangen. Dafür durchsuchte die Sondereinheit Special Investigating Unit (SIU) am Dienstag die Büros der National Lotteries Commission (NLC) in der Hauptstadt Pretoria.

Die Aktion sei ausgeführt worden, um Dokumente und weiteres Beweismaterial für eine richterlich angeordnete Untersuchung gegen die Kommission, zu sichern. Es bestehe erheblicher Korruptionsverdacht gegen die Kontrollinstanz, die in Südafrika das Geschäft mit Lotterien überwacht, so SIU-Sprecher Kaizer Kganyago.

Gegenüber Pressevertretern erklärte Kganyago:

Wir wurden aufgrund der Korruptionsvorwürfe gebeten, Fehlverhalten und Missstände in der Verwaltung bei der Lotterie-Kommission zu untersuchen.

Nachdem der Durchsuchungsbeschluss von einem Gericht bestätigt worden sei, habe man die Razzia umgehend durchgeführt. Nun gehe es darum, das bis zum Jahr 2014 zurückreichende Material zu sichten, sagte der SIU-Sprecher.

Korruption und Missmanagement

Die Vorwürfe der Ankläger wiegen schwer. Dabei handle es sich größtenteils um den Verdacht umfangreicher Korruptionsvergehen in den Führungsreihen der Kommission. Demnach seien beträchtliche Geldsummen in dunkle Kanäle geflossen und öffentliche Gelder für übertriebene Ausgaben verschwendet worden.

Zudem werde aufgrund des „schwerwiegenden Missmanagements“ der Kommission ermittelt. So hätten NLC-Vertreter bei ihrer Tätigkeit gegen geltendes Gesetz verstoßen oder ihre Kompetenzen fahrlässig überschritten.

Erst vergangene Woche waren in Südafrikas Öffentlichkeit Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Lottospiel laut geworden. Auslöser dafür war die ungewöhnliche Zahlenreihe 5, 6, 7, 8, 9, 10, die in der Nationallotterie am 1. Dezember gezogen worden war.

Die nun eingeleitete Ermittlung sei nicht die erste Untersuchung gegen die Strukturen in der Lotto-Behörde. So habe die Kommission vor einigen Jahren selbst eine Prüfung interner Vorgänge angeordnet.

Nach eigener Aussage sei dabei jedoch ebenso wenig Beweismaterial zutage gefördert worden wie bei einer Kontrolle durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft SkX Protiviti. Bei dieser habe die unrechtmäßige Verwendung von Geldern, die für wohltätige Zwecke bestimmt waren, im Raum gestanden.

In einem am Dienstag veröffentlichten Statement erklärte die Kommission gegenüber den Ermittlern umfassende Kooperationsbereitschaft. Man unterstütze sämtliche Maßnahmen, die einen regulären Geschäftsbetrieb zum Ziel hätten. Gleichzeitig sagte die NLC südafrikanischen Spielern zu, dass der reguläre Lotterie-Betrieb von der Untersuchung nicht betroffen sei.