, 17.11.2020

In Thailand ist der Polizei ein Schlag gegen zwei Lotto-Betrüger gelungen. Sie nahm in der nördlich der Hauptstadt Bangkok gelegenen Provinz Lopburi zwei Männer fest, die 400 Mio. Thailändische Baht (11,2 Mio. Euro) ergaunert haben sollen.

 

Bei ihrem Betrug hätten es die beiden Verdächtigen Thossaphon Jitmaen und Yutthana Thongkham auf professionelle Losverkäufer in der ostthailändischen Provinz Surin abgesehen. Den Ermittlungen zufolge sollen sie Hunderten von ihnen Lotterielose angeboten haben.

Glücksspiel ist in Thailand streng limitiert. Bis auf staatliche Lotterien und Pferdewetten sowie Spiel- und Greifautomaten ohne Geldgewinne sind alle Formen des stationären und Online-Glücksspiels verboten.

Die Offerte sei den Geschädigten durchaus lukrativ erschienen, denn die beiden Männer hätten die Scheine zu einem Vorzugspreis von 80 Baht (2,24 Euro) verkauft. Allerdings sei eine Mindestabnahme von 500 Losen Voraussetzung gewesen.

 

In den ersten Wochen hätten die Zwischenhändler die Lottoscheine wie verabredet versandt. Doch nachdem für die Ziehungen vom 16. Oktober und 1. November keine weiteren Tickets eingetroffen seien, hätten viele Händler Verdacht geschöpft.

 

Über 100 Kläger

Auf Anfragen hätten die Männer nicht mehr reagiert und seien „unauffindbar“ gewesen. Nach Polizeiangaben hätten sich deshalb über 100 Betroffene an die Behörden gewandt, um die ausbleibenden Lieferungen anzuzeigen.

 

Gegenüber den Beamten klagte einer der Geschädigten:

Sie haben die ersten 4-5 Lose pünktlich geliefert, aber im Oktober konnten wir sie nicht mehr kontaktieren, obwohl wir ihnen bereits das Geld gegeben hatten. Nach ihrer Verhaftung haben wir bei der Polizei einen Antrag eingereicht, um ihnen die Kaution zu verweigern, da sie möglicherweise flüchten (…) könnten.

Daraufhin hätten die Verfolgungsbehörden nach Thossaphon Jitmaen und Yutthana Thongkham gefahndet, ehe sie in einem Haus in Lopburi lokalisiert worden seien. Bei der nachfolgenden Razzia hätten die Verdächtigen gestellt werden können. Darüber hinaus seien in dem Gebäude 700.000 Baht (knapp 20.000 Euro) und Goldschmuck sichergestellt worden.

 

Beim anschließenden Verhör hätten die Männer den Betrug gestanden, aber bestritten, dass es sich um einen Betrug in der angegeben Millionenhöhe handele. Angaben über den Verbleib des Geldes hätten sie allerdings nicht gemacht.

 

Bis zu einem Gerichtsverfahren befänden sich die Delinquenten in Haft. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen mehrjährige Haftstrafen.