, 02.07.2020

Im Kampf gegen das illegale Glücksspiel ist Thailands Polizei ein Doppelschlag gelungen. Nachdem die Beamten eine Frau festnahmen, die knapp 1 Mio. Euro zur Finanzierung ihrer Spielsucht unterschlagen hatte, deckten sie im Zuge weiterer Ermittlungen ein Netz illegaler Online-Casinos auf, in denen die Frau zuvor gespielt hatte.

 

Bei der Zerschlagung des Online-Glücksspielrings profitierte die Polizei von ihren Ermittlungen gegen die Behördenangestellte Kanitha Hoythong [Seite auf Englisch]. Nachdem sich der Verdacht gegen die 28-jährige Angestellte erhärtet habe, sei sie am 21. Juni wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung festgenommen worden.

 

Kundin illegaler Online-Casinos

Am gestrigen Donnerstag erklärten die Beamten, dass die Onlineaktivitäten der 28-jährigen Angestellten daraufhin überprüft worden seien. Dabei sei eine verdächtige Adresse in der Provinzhauptstadt Hua Hin entdeckt worden.

 

Bei der darauffolgenden Razzia habe man festgestellt, dass die Anschrift den Drahtziehern als Büro gedient habe. Von dort aus hätten die Kriminellen das illegale Wettangebot Mafia88.com sowie vier weitere Onlinenetzwerke verwaltet, über die insgesamt 43 Webseiten betrieben worden seien.

 

In den durchsuchten Räumen seien neben zahlreichen Computern auch Bankunterlagen beschlagnahmt worden, die auf Wettumsätze in Höhe von 100 Mio. Thailändischen Baht (umgerechnet 2,86 Mio. Euro) hätten schließen lassen.

 

Unterschlagung zur Finanzierung der Spielsucht

Der Erfolg sei erst nach vorherigen Ermittlungen gegen Kanitha Hoythong möglich geworden. Diese habe ihren Job in der Finanzabteilung der Provinz Prachuap Khiri Khan genutzt, um wiederholt Geld auf ihr Konto umzuleiten. Auf diese Weise habe sie innerhalb eines Jahres 33,9 Mio. Thailändische Baht (umgerechnet 966.000 Euro) unterschlagen.

Zum Verhängnis geworden seien Kanitha Hoythong interne Nachforschungen der Behörde. Diese hätten zutage gefördert, dass die spielsüchtige Frau die Staatskasse seit Juni 2019 erleichtert habe. Provinz-Gouverneur Panlop Singhaseni habe sich Medienberichten zufolge bestürzt über die Tatsache gezeigt, dass die kriminellen Aktivitäten der Frau ein Jahr lang nicht entdeckt worden seien.

Im Verhör habe die Verdächtige zugegeben, das Geld für die Finanzierung ihrer Spielsucht verwendet zu haben. Um an die Summe zu gelangen, habe sie wiederholt Unterschriften von Personen gefälscht, die Zugangsberechtigungen zu den Behördenkonten gehabt hätten.

 

Das Geld, das eigentlich für die finanzielle Unterstützung der dürregeschädigten Bevölkerung gedacht gewesen sei, habe sie stattdessen als Ausgaben für allgemeine Arbeiten deklariert und für eigene Zwecke auf das Konto ihrer Tante überwiesen.

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