, 15.03.2020

Die Verantwortlichen von Atlantic City fordern den unverzüglichen Abriss des ehemaligen Casino Resorts von US-Präsident Donald Trump, Trump Plaza. Dies gab Bürgermeister Marty Small Sr. in dieser Woche bei einer Pressekonferenz bekannt. Das marode Gebäude stelle eine massive Sicherheitsgefahr dar, weswegen die Stadt den obersten Gerichtshof des US-Bundesstaates New Jersey um Erteilung einer sofortigen Abrissgenehmigung bitte.

 

Lebensgefahr durch das Trump Plaza?

 

Am Donnerstag erklärte Bürgermeister Small, beim zuständigen Superior Court einen Antrag auf sofortigen Abriss des Gebäudes am Atlantic City Boardwalk einzureichen. Das Trump Plaza stelle eine „konkrete und direkte Gefahr für Leib und Leben dar“, heißt es in dem Dokument, weswegen eine sofortige Umhüllung oder Demontage unumgänglich sei.

 

In seinem Statement erklärte Bürgermeister Small, der das Thema bereits Anfang des Jahres zur Priorität erklärt hatte, über lange Zeit konstruktive Gespräche mit Gebäudeeigner Carl Icahn geführt zu haben. Nun aber habe sich das Blatt gewendet:

Es hätte Tote geben können. So etwas wird in Atlantic City nicht geduldet. Heute sagen wir Carl Icahn, dass wir den Abriss des Gebäudes wollen. Wir wollen, dass die Welt weiß, dass wir es ernst meinen.

Gefahr durch herabstürzende Teile

 

Am vorangegangenen Samstag kursierten Videoaufnahmen, die zeigten, wie Fassadenteile des seit 2014 leerstehenden Gebäudes auf dem darunterliegenden Bürgersteig zerbarsten. In einer ersten Reaktion hatte die Stadt rund um die Uhr Polizisten postiert, die Passanten auf die Gefahr hinwiesen.

Der ehemalige präsidiale Sonderberater Carl Icahn übernahm das seit 2014 geschlossene Trump Plaza im Jahr 2016, als er die Schulden der insolventen Trump Entertainment Resorts kaufte. Seither schwelt ein Streit um den Abriss des Gebäudes zwischen der Stadt und dem Investor. Icahn fordert unter anderem 5 Mio. US-Dollar aus Steuergeldern für die Abrissarbeiten.

Eine Überprüfung der Immobilie durch Experten ergab, dass das Trump Plaza gefährlich und „unbewohnbar und ungeeignet für jegliche Nutzung“ sei. Icahn, so offizielle Stellen, sei daraufhin eine Benachrichtigung der Klassifizierung des Gebäudes als „unmittelbare Gefahr“ zugegangen. Bislang habe dieser jedoch nicht um eine Abrissgenehmigung ersucht.

 

Ein Vertreter von Icahns Enterprises gab auf sich Medienanfrage überrascht vom Vorstoß der Stadt. Tatsächlich habe das Unternehmen den Abriss bereits intern beschlossen. Hätte der Bürgermeister die Verantwortlichen einfach angerufen, anstatt eine Pressekonferenz abzuhalten, so Hunter Gary, Präsident des Immobilienzweigs des Konzerns, hätte man ihn gern darüber informiert.

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