, March 4, 2019

Am Samstag fand in der T-Mobile Arena in Paradise City, Las Vegas, die langerwartete UFC 235 statt.

 

Im Hauptkampf des Abends zwischen Jon Jones (31) und Anthony Smith (30) konnte Jones ein weiteres Mal seinen Halbschwergewichts-Titel verteidigen.

 

In den weiteren Kämpfen der Main-Card siegte Ben Askren (34) gegen Robbie Lawler (38) nach Kampfabbruch und Kamaru Usman (31) konnte sich gegen Tyron Woodley (36) nach Punkten durchsetzen.

Unschöne Szenen nach dem Kampf Usman versus Woodley

Kurz nachdem der Nigerianer Kamaru Usman zum ersten afrikanischen UFC-Champion in der Geschichte der Kampfsportorganisation gekrönt wurde, kam es Samstagnacht zu Auseinandersetzung zwischen ihm und seinem nächsten Halbschwergewichtskontrahenten Colby Convington (31), die von Sicherheitskräften beendet werden musste.

 

Ein Konflikt, der am gestrigen Sonntag im Palms Casino Resort in die zweite Runde ging. Beim zufälligen Aufeinandertreffen zwischen Usmans Entourage und Convington flogen die Fäuste.

 

Für Usman war es das schamvolle Ende eines historischen UFC-Wochenendes. Der glanzvolle Sieg, den er mit starken Körpertreffern, Uppercuts und technisch feinen Takedowns errang, wurde von den Casino-Prügelszenen überschattet.

Positive Nachrichten von Jon Jones

 

Wie ein Champion und echtes Vorbild verhielt sich hingegen am letzten Wochenende UFC-Halbschwergewichtslegende Jon Jones.

Jones im Anzug

Jon Jones gewann am Samstag gegen Anthony Smith. (Quelle: Wikipedia)

 

Jones, der in seiner Karriere einen Kampfrekord von 24 Siegen und 1 Niederlage hält und damit der weltweit beste Fighter in der Gewichtsklasse ist, traf auf Anthony Smith.

 

Smith, der einen schwarzen Gürtel im Brazilian Jiu-Jitsu besitzt, kam gegen Jones von Anfang an nicht gut in den Kampf. Jones spielte seine große Erfahrung aus und dominierte Smith sowohl im Stand als auch auf der Matte.

 

Am Ende von fünf Runden sahen alle Kampfrichter Jones nach Punkten vorn, und dies trotz eines Punkteabzuges wegen eines illegalen Kniekicks. Dass Jones seinen unterlegenen Gegner nicht mit einem K.O besiegte, rief dennoch Kritiker auf den Plan.

 

Jones zeigt sich selbstkritisch

 

Jones, der zweimalige Weltmeister, war mit seiner Performance nicht voll zufrieden und zeigte sich im Post-Fight-Interview demütig:

„Hut ab für Anthony Smith. Jetzt sehe ich, warum sie ihn „Löwenherz“ nennen. Ich habe noch nie jemanden erlebt, der mit mir redete, während ich auf ihn einschlug. Dieser Typ hat Ausdauer – er ist wie ein Terminator.“

Über seine unterdurchschnittliche Kampfperformance ließ der neue und alte Weltmeister wissen:

„Mann, dieses MMA-Ding ist wirklich hart. An manchen Tagen sieht man gut aus und an manchen Tagen ist man nicht auf dem Niveau, auf dem man sich selbst sieht.“

Will sich Jones einen seiner Karriereträume, einen dritten Kampf im Schwergewicht gegen Daniel Cormier (39) erfüllen, müsste seine Leistung tatsächlich stabiler sein.

 

Im Gespräch ist derzeit auch ein Folgekampf gegen Brock Lesnar (41). Der 191cm große Lesnar, der „Das Biest“ genannt wird und vom Profi-Wrestling zum MMA wechselte, wäre vom Standpunkt der Kampfvermarktung sicherlich ein interessanter Gegner.

 

Ben Askren gewinnt gegen Robbie Lawler

 

Der Kampf zwischen dem ehemaligen Olympiaringer Ben Askren und Robbie Lawler war wahrscheinlich schneller vorüber, als sich beide gewünscht hätten.

 

Von Beginn an traktierte Lawler Askren mit Schlägen, warf seinen Gegner in spektakulärer Manier auf den Boden des Oktagons und schlug so heftig auf ihn ein, dass Askren nach nur Sekunden eine offene Wunde an der Augenbraue hatte.

 

Askren wirkte orientierungslos und schien früh abgeschrieben. Doch in einer überraschenden Wendung der Ereignisse berappelte er sich und nutzte seine Stärke auf dem Boden um einen Bulldog-Choke bei Lawler anzusetzen.

 

 

Dieser zwang Ringrichter Herb Dean dazu, den Kampf nach nur 3:20 Minuten abzubrechen und Akren als Sieger auszurufen.

 

Ganz unkontrovers war diese Entscheidung jedoch nicht. Lawlers Team und Lawler selbst waren vor allem von der Geschwindigkeit des Urteils überrascht. Lawler habe Dean mit der Hand angezeigt, dass es ihm gut ging. Deshalb verstehe das Team nicht, warum der Referee den Kampf abbrach.

 

Sehr überraschend waren auch Askrens Aussagen über einen möglichen Rückkampf. Der Amerikaner will nicht wieder gegen Lawler kämpfen, weil dieser ein Freund sei und ein zu guter Kämpfer.

 

Ein gelungenes Event

 

Die UFC 235 war eine gelungene Veranstaltung. Die Veranstalter zählten 14.790 zahlende Besucher und nahmen über 4 Millionen US-Dollar (ca. 3.5 Millionen Euro) allein an Ticketumsätzen ein.

 

Die Umsätze aus Werbung und Pay-Per-View könnten noch wesentlich höher liegen.