, 26.09.2020

Der neu gegründete ukrainische E-Sport-Verband, die Ukrainian Professional Esports Association (UPEA), hat vor kurzem seine Strategie für die kommenden fünf Jahre präsentiert. Der Verband plane Investitionen in Höhe von 100 Mio. Euro, die in die Entwicklung des E-Sports fließen sollen.

 

Ziel sei es vor allem, die nötige Infrastruktur im Land zu schaffen, Streaming-Studios zu eröffnen, die Anzahl an internationalen Turnieren zu erhöhen und Investoren zu gewinnen.

Am 9. September hat das ukrainische Ministerium für Jugend und Sport E-Sport als offiziellen Sport anerkannt. Bei einem Treffen des Ministers Oleh Nemchinov und der UPEA war beschlossen worden, nicht nur die E-Sport-Infrastruktur zu stärken. Auch schulische und akademische Ausbildungen und eine eigene Webseite zur Bewertung von E-Sportlern in der Ukraine seien geplant.

Unter anderem solle das erste E-Sport-Hotel entstehen. Hierfür habe der Verband bereits das Dnipro-Hotel in Kiew gekauft. Für Kauf und Planung habe der Verband bisher 42 Mio. Euro investiert. Weitere 20 Mio. Euro sollen in den Umbau fließen.

 

Der Mitbegründer der E-Sport-Organisation Natus Vincere (NAVI) und zugleich erste Vorsitzende des UPEA, Alexander Kokhanovsky, erklärte:

Wir werden es zum ersten Hotel der Welt machen, das vollständig auf E-Sport-Events vorbereitet ist. Es wird nicht nur die Eigenschaften eines Top-Hotels haben (Restaurants, Bars, SPA-Bereiche und Fitness-Center), sondern auch einzigartige E-Sport-Elemente: Trainingsbereiche, eine E-Sport-Bühne, spezielle Räume für professionelle Spieler und die weltbeste Spielerlounge.

Jährliche internationale E-Sport-Events und verstärkter Jugendschutz

 

Insgesamt 20 Mio. Euro wolle der Verband, wie er auf der Präsentationsveranstaltung verkündete, jährlich in die Entwicklung des E-Sports stecken. Vorgesehen seien pro Jahr mindestens zwölf internationale E-Sport-Turniere.

 

Die Einrichtung von Streaming-Studios soll den E-Sport im gesamten Land etablieren. In der Landeshauptstadt Kiew solle eine offizielle E-Sport-Arena mit einer Kapazität für 10.000 Besucher entstehen.

 

Doch nicht nur Events und Infrastruktur stehen im Fokus des E-Sport-Verbandes. Auch der Kinder- und Jugendschutz ist ein Bereich, dem sich der Verband verstärkt widmen wolle. So kündigte er gestern an, künftig mit UNICEF zusammenzuarbeiten. Gemeinsam würden die Organisationen für Eltern und Kinder Verhaltensregeln für das Internet entwickeln.

 

Geplant sei es, Empfehlungen für den Umgang mit Cyberbullying sowie für Spieleentwickler, auszuarbeiten. Inwiefern es dem Verband gelingen wird, auch die Infrastruktur wie gewünscht weiterzuentwickeln, dürfte davon abhängen, ob genügend Investoren gefunden werden.