, 06.05.2020

Casinobetreiber in den USA bereiten sich auf die baldige Wiedereröffnung ihrer Spielstätten nach den Corona-bedingten Schließungen vor. Derweil sorgen sich ihre Angestellten landesweit um die Ausgestaltung des Neuanfangs. Nun fordern die Gewerkschaften der US-Glücksspielbranche umfassende Maßnahmen, um die Gesundheit ihrer Mitglieder bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz zu schützen.

 

Casinoangestellte als Versuchskaninchen?

 

Gestern wandten sich Gewerkschaftsmitglieder und Casinoangestellte aus Las Vegas, Atlantic City, New Orleans und Biloxi im US-Bundesstaat Mississippi per Videokonferenz an die Öffentlichkeit (Seite auf Englisch). Sie drückten ihre Besorgnis über nicht-ausreichende Maßnahmen zum künftigen Schutz der Arbeiter in den Casinos aus.

 

So machte Donald “D” Taylor, Vorsitzender der rund 300.000 Mitglieder starken Gewerkschaft Unite Here!, deutlich, dass die jüngst in den Bundesstaaten Nevada und New Jersey geäußerten Überlegungen zur Wiedereröffnung der Casinos nicht ausreichend seien:

Sie sind zweifellos mangelhaft und müssen verbessert werden, wie wir dargelegt haben. Wir wollen wieder arbeiten, aber wir wollen in eine sichere Umgebung zurückkehren, in der wir nicht als “Laborratten” betrachtet werden, wie es einige Politiker wohl gern hätten.

5-Punkte-Plan soll Infektionsrisiko senken

 

Die Wortmeldung der Arbeitnehmer ist unter anderem eine direkte Reaktion auf ein Statement der Bürgermeisterin von Las Vegas, Carolyn Goodman, die in der vergangenen Woche für die schnellstmögliche Rückkehr in den Casino-Alltag der Glitzermetropole eingetreten war.

 

In New Jersey hatte der Senat schnelle Steuererleichterungen in Millionenhöhe für die neun in Atlantic City ansässigen Casinos in Aussicht gestellt.

Die Angestellten haben einen 5-Punkte-Plan vorgelegt, der das Risiko einer Infektion in ihrem Arbeitsalltag minimieren soll. Dieser umfasst

  • von den Arbeitgebern finanzierte Corona-Tests für alle Angestellten vor Rückkehr an den Arbeitsplatz,
  • die Bereitstellung von ausreichend Schutzausrüstung wie Masken und Handschuhe,
  • verstärkte Hygienemaßnahmen inklusive mehr Zeit für das Personal, um diese umzusetzen,
  • die Installation von Gesundheits- und Sicherheitsbeauftragten innerhalb der Belegschaft, die die Einhaltung des neuen Protokolls überprüfen und die Maßnahmen gegebenenfalls ausweiten,
  • eine stärkere Einbindung der Staaten oder Glücksspielaufsichten in die Umsetzung der Schutzmaßnahmen.

Der Caesars-Angestellte Jeff Payne aus Atlantic City nahm ebenfalls an der gestrigen Videokonferenz teil. Er halte ein generelles Umdenken für notwendig, um die aktuellen Herausforderungen bewältigen zu können.

 

Die stark hierarchisch gegliederte Casinobranche müsse erkennen, dass die aktuelle Situation alle gleichermaßen betreffe. Den Virus kümmere schließlich auch nicht, wer welche Position im Unternehmen bekleide, so sein Appell.