, 05.06.2020

Ein Bezirksgericht im US-Bundesstaat Kalifornien hat am Mittwoch eine Zivilklage gegen den Pokerspieler Mike Postle, den Pokerturnier-Direktor Justin F. Kuraitis sowie den Pokerraum-Betreiber Kings‘ Casino abgewiesen.

 

In einem 24-seitigen Beschluss [Link auf Englisch] entschied das Gericht gegen die 88 Kläger, die Postle und seinen Mitbeklagten Betrug in Dutzenden von Fällen vorgeworfen und deshalb Schadensersatz in Höhe von 30 Millionen US-Dollar gefordert hatten. Sie verdächtigten den Pokerprofi, bei der Übertragung der Poker-Show „Stones Live“ auf unerlaubtem Wege die Karten seiner Gegner gesehen zu haben. Auf diese Weise habe Postle mindestens 250.000 US-Dollar ergaunert.

 

Da nicht geklärt werden konnte, wie Postle ohne fremde Hilfe an die Karten-Informationen gekommen sein könnte, wurde auch der Veranstalter Stones Gambling Hall, Tochterunternehmen von King‘s Casino, verdächtigt. Die Affäre hatte eine ehemalige Angestellte des Unternehmens ins Rollen gebracht, der Unregelmäßigkeiten bei Postles Spiel aufgefallen waren.

In den vergangenen Monaten wurden nicht nur beim Live-Poker Skandale enthüllt. Auch in der Welt des Online-Pokers sorgten vermeintliche Betrügereien für Schlagzeilen. So wurde Pokerprofi Dan „Jungleman“ Cates in der vergangenen Woche beschuldigt, unter falschen Namen auf Online-Accounts gespielt und dadurch wohlhabende Spieler um hohe Beträge gebracht zu haben.

Richter weist Klage in allen Punkten zurück

 

Richter William B. Shubb entschied am Mittwoch, alle 14 Klagepunkte abzuweisen. Hierzu gehörte unter anderem Betrug, fahrlässige Täuschung und ungerechtfertigte Bereicherung. Postles Anwälte hatten vorgebracht, dass Verluste beim Glücksspiel nach kalifornischem Recht keine finanziellen Schäden darstellten.

 

Dieser Auffassung folgte Shubb, der in seiner Begründung schrieb:

„Die strengen öffentlichen Bestimmungen Kaliforniens gegen die gerichtliche Beilegung zivilrechtlicher Ansprüche aus Glücksspielstreitigkeiten erfordert die Abweisung der Klage unbeschadet der Ansprüche des Klägers gegen Postle (…).“

Für Klageanwalt Mac VerStandig bleibt jetzt nur noch der Weg über die Berufung, um gegen Postle vorzugehen. Gegen den Pokerraum Stones will der Jurist das Verfahren durch Klageänderung weiterführen. Wie es in dem Fall weiter geht, werden die nächsten Monate zeigen.

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