, 14.08.2020

Die Corona-Zahlen in den USA steigen anhaltend und bestimmen neben den Schlagzeilen auch den Wahlkampf. Einige indianische Stammes-Casinos reagieren nun mit verschärften Maßnahmen auf die anhaltende Pandemie.

 

Mit UV-C-Strahlung gegen das Virus vorgehen

 

Im US-Bundesstaat Wisconsin nutzen einige Casinos der Sokaogon Chippewa Community, einer Volksgruppe des Chippewa-Stammes, nun UV-C-Strahlung gegen das Coronavirus.

UV-C-Strahlung gilt als bewährte Ergänzung zu chemischen Reinigungsmitteln. Das ultraviolette Licht entfernt Viren und Bakterien von Oberflächen, aber auch aus dem Wasser und der Luft. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist allerdings darauf hin, dass die UV-C-Strahlung zwar für die Desinfektion von Wasser, Luft und Oberflächen geeignet ist, nicht aber zur Bestrahlung von Lebewesen angewendet werden darf und nicht für die Heilung von COVID-19 geeignet sei.

Das Mole Lake Casino in Crandon (Wisconsin) berichtet, dass es kürzlich ein UV-C-System der kalifornischen Firma UltraViolet Devices Inc. (UVDI) installiert habe. Als Teil der verstärkten Maßnahmen solle das System dazu beitragen, die Sicherheit und das Wohlbefinden von Gästen und Mitarbeitern zu gewährleisten. Der stellvertretende Generaldirektor des Casinos, Johnny L. Phillips Jr., erklärte:

Im Rahmen mehrerer Updates von Einrichtungen, inklusive berührungsloser Toiletten, freuen wir uns darüber, mit UVDI zusammenzuarbeiten und ihr hochmodernes UV-Luftdesinfektionssystem zu installieren.

Die Sokaogon Chippewa Community, in deren 4.900 Hektar großen Reservat 1.400 Stammesmitglieder leben, habe bisher keinen COVID-19-Fall gemeldet. Der Stamm führe dies auf verbesserte Tests und eine optimierte Rückverfolgung zurück.

 

Zudem blieb das Stammescasino bisher geschlossen, obwohl die Stammes-Casinos aufgrund ihrer durch den Indian Gaming Regulatory Act geschaffenen Sondersituation vielerorts eher wieder öffnen durften als die übrigen Casinos in den USA.

 

Bandanas und Masken mit Ventilen verboten

 

In Kalifornien setzt der Stamm der Sycuan, die zu den Kumeyaay-Indianern gehören, auf das Verbot verschiedener Gesichtsbedeckungen. So seien unter anderem Bandanas und Gesichtsbedeckungen mit Ventilen nicht mehr im kalifornischen Sycuan Casino zugelassen.

 

Als Grund hierfür nennen die Betreiber, dass diese Gesichtsbedeckungen die Atemluft ungefiltert an die Umgebung abgäben und damit das Ansteckungsrisiko erhöhten. Gäste, die das Casino mit derartigen Gesichtsbedeckungen besuchten, sollten jedoch nicht abgewiesen werden. Stattdessen würden sie mit geeigneten Masken ausgestattet.

 

Im Casino seien Sicherheits-Teams unterwegs, die Gäste mit Masken und Desinfektionsmitteln versorgten und notfalls an das Einhalten der Regeln erinnerten.