, 27.02.2020

Der ehemalige CEO und Gründer von FanDuel, Nigel Eccles, sowie über 100 ehemalige Mitarbeiter der Daily Fantasy Sports Plattform reichten am Dienstag Klage beim Obersten Gerichtshof von New York ein. Sie sollen beim Verkauf von FanDuel an den irischen Sportwetten-Betreiber Paddy Power-Betfair vor zwei Jahren angeblich um ihren rechtmäßigen Anteil am Unternehmen betrogen worden sein.

 

Damit wird eine frühere Klage wiederholt. Die Kläger stellten vor zwei Jahren die Behauptung auf, dass die früheren FanDuel Investoren Shamrock Capital Advisors und KKR & Co. den Preis des Unternehmens künstlich gesenkt hätten, um einigen Anteilseignern Vorteile zu verschaffen.

Im Rahmen der Klage, die 2018 in Schottland [Seite auf Englisch] eingereicht wurde, behauptete Eccles, dass der Wert von FanDuel absichtlich unter 559 Mio. USD gehalten worden sei, damit die Investoren ihre Anteile voll ausbezahlt bekämen. Dabei gingen die Gründer und die Angestellten jedoch leer aus.

FanDuel Gründer wirft Investoren Betrug vor

Eccles wirft den Investoren Betrug vor. Er sagte, dass sie sich einen „massiven Zahltag“ hätten verschaffen wollen, denn vor der geplanten Fusion zwischen FanDuel und DraftKings im Jahre 2017, die letztendlich gescheitert ist, hätten dieselben Investoren den Wert von FanDuel auf 1,2 Milliarden USD beziffert.

 

Eccles führte aus:

„Sie haben keine unabhängige Schätzung beantragt, keine Aktionärsabstimmung durchgeführt und Dokumente den Mitarbeitern und anderen Investoren vorenthalten, um ihre Fehler zu vertuschen. Ihr eigenmächtiges Handeln verfehlt jeden grundlegenden treuhänderischen oder moralischen Standard.“

FanDuel ist viel mehr wert

Dem New Yorker Gerichtshof liegt neben der Klageschrift auch eine Analyse des Investmentunternehmens Moelis & Company vor, die darauf hinweist, dass der Wert von FanDuel nach der Aufhebung des Bundesverbots für Online Glücksspiel und Sportwetten im Jahre 2018 noch weiter gestiegen sein könnte.

 

Diese Analyse geht von annualisierten Umsatzzuwächsen für FanDuel aus, die zwischen 20 und 35 Millionen USD im Jahr 2018 und zwischen 490 und 815 Millionen USD im Jahr 2022 liegen, vorausgesetzt, FanDuel erzielt einen Anteil von 5 % am US-amerikanischen Sportwettenmarkt.

 

In Kombination mit dem erwarteten Wachstum des täglichen Fantasy-Sportgeschäfts sollte FanDuel innerhalb von fünf Jahren einen Umsatz von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar erzielen.

Dies deutet auf eine Bewertung von mehr als 10 Milliarden US-Dollar für FanDuel als eigenständiges Unternehmen hin, eine Bewertung, die fast das 18-fache des Bezugspreises der Vorzugsaktien von FanDuel beträgt. Es wird sich zeigen, ob der zwei Jahre andauernde Rechtsstreit jetzt beendet werden kann.