, 30.04.2020

Veteranen-Gruppen und Bruderschaften im US-Bundesstaat Minnesota könnten sich mit Hilfe von Einnahmen aus Wohltätigkeitsglücksspiel finanziell durch die Corona-Krise helfen. Ein Gesetz zur Verteilung der Erlöse hindert sie jedoch daran. Dies hat Forum News Service am Mittwoch berichtet.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie sind viele Menschen in den USA in finanzielle Notlagen geraten, so auch die Mitglieder des Vereins Veterans of Foreign Wars (VFW).

 

Die Vereinsgruppen hätten ihre einkommensgenerierenden Aktivitäten, wie die Vermietung von Bankett-Sälen oder den Betrieb von Kantinen, einstellen müssen und seien jetzt vielfach ohne Einkommen.

 

30 % gehen an wohltätige Zwecke

 

Die Rechtslage in Minnesota besagt, dass 30 % der Spieleinnahmen für wohltätige Zwecke, etwa für Stipendienprogramme, verwendet werden müssen. Dieser Anteil fehle den Gruppen in der aktuellen Krise, um Mieten, Gehälter und Versorgungsgüter zu finanzieren.

 

Der Rechtsbeauftragte der Organisation Veterans of Foreign Wars (VFW) für Minnesota, Tommy Johnson, formuliert das Problem wie folgt:

“Wir können es jedem in der Gemeinde geben, außer uns selbst.”

Hintergrund des Gesetzes sei, Selbstbereicherung der Vereine durch wohltätiges Glücksspiel zu verhindern. Aktuell führe es jedoch dazu, dass viele Gruppen in große finanzielle Schwierigkeiten geraten.

 

Gesetzgeber haben Problem erkannt

 

In Reaktion auf die Problematik habe das Minnesota House Commerce Committee am Montag unter Leitung der Abgeordneten Laurie Halverson eine vorübergehende Änderung des Gesetzes „House File 356“ [Seite auf Englisch] auf den Weg gebracht.

 

Die Änderung sehe vor, dass die betreffenden Gruppen vorübergehend Gelder von den Glücksspielkonten leihen dürften. Die Kredite müssten lediglich innerhalb eines Jahres auf die Konten zurückfließen.

 

Der Geschäftsführer des Ausschusses für Glücksspielkontrolle des Bundesstaates, Matthew Gettman, betonte, dass die Ausnahmeregel ausschließlich für Veteranen-Vereine und Bruderschaften gelte, da diese im Gegensatz zu anderen Gruppen wie Kirchen und Sportvereinen staatliche Aufgaben in ihren Gemeinden erfüllten.

Laut einem Bericht des Glücksspielausschusses des Bundesstaats waren etwa die Hälfte der 1.146 Glücksspiel-Organisationen, die 2019 in Minnesota lizenziert wurden, Veteranengruppen oder Bruderschaften.

 

Das gemeinnützige Glücksspiel in Minnesota erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 360 Millionen US-Dollar.

Sollte die Corona-Pandemie länger andauern, so befürchte man, dass manche Zweigstellen der VFW dauerhaft schließen müssten, so Johnson. Man hoffe daher, dass die Gesetzesänderung durchgesetzt werden könne.

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