, 24.08.2020

Der britische Glücksspielverband BGC hat am Freitag in einer Pressemitteilung [Seite auf Englisch] eine Studie zur Auswirkung des Verbots von Glücksspiel- und Sportwetten-Werbung während Live-Sport-Übertragungen veröffentlicht. Laut der Studie seien Minderjährige der Glücksspiel-Werbung weitaus weniger stark ausgesetzt.

 

Die Expertenanalysen hätten ergeben, dass das Verbot von Glücksspiel-Werbung während der „Whistle to Whistle“-Periode (dt.: von Anpfiff zu Abpfiff) die Anzahl der TV-Glücksspielwerbung, der 4- bis 17-Jährige zu dieser Zeit ausgesetzt seien, um 97 % gesenkt habe.

 

Insgesamt sei die Anzahl der von Jugendlichen konsumierten Glücksspielanzeigen über die gesamte Dauer von Live-Sportprogrammen um 70 % gesunken. Die gesamte Werbung für Glücksspiele im Live-Sport vor 21 Uhr sei um 78 % zurückgegangen.

 

Darüber hinaus habe die Untersuchung ergeben, dass es keine offensichtliche Verlagerung der Glücksspielwerbung auf andere abendliche Sportprogramme gegeben habe.

Im Dezember 2018 einigten sich einige führende britische Glücksspielanbieter freiwillig darauf, jegliche Produktwerbung für die Dauer von Live-Sportveranstaltungen abzuschaffen.

 

Nach dieser Vereinbarung hat die Glücksspielbranche im Januar 2019 die neue Bestimmung offiziell in ihre Branchencodes aufgenommen. Sie sind jetzt auch Teil der von der Glücksspielkommission festgelegten Lizenzbedingungen.

 

Die sogenannte „Whistle-to-Whistle“ -Werbe-Beschränkung (W2W) trat am 1. August 2019 zur neuen englischen Fußballsaison in Kraft und gilt für alle Sportveranstaltungen, mit Ausnahme von Pferde- und Windhundrennen.

Glücksspiel-Branchenverband ermutigt durch positive Resultate

Der Erfolg von W2W sei ein klares Beispiel für das Engagement des Glücksspielverbands, erklärte Michael Dugher, CEO des Betting and Gaming Council. Er sei erfreut über die Effizienz der Maßnahme. Es sei ermutigend zu sehen, dass Kinder keine Sportwetten-Werbung während Live-Sport-Übertragungen sehen könnten.

 

Dugher erklärte:

Der BGC wurde gegründet, um die Standards in unserer Branche zu verbessern.

Seit seiner Gründung im vergangenen Jahr habe der BGC eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Standards in der Branche eingeführt, erklärte der CEO.

 

Dazu gehörten neben dem W2W-Werbeverbot Bedenk-Zeiten bei Spielautomaten, striktere Altersüberprüfungen, die Förderung von Einzahlungslimits und die Aufstockung der Mittel für Forschung, Bildung und Therapie. Derzeit arbeite der BGC an einem neuen Verhaltenskodex für Sponsoring und Werbung.

 

Dugher sagte, der BGC wolle künftig weitere Veränderungen initiieren und fordere die Regierung zur Zusammenarbeit auf. Insbesondere im Hinblick auf Maßnahmen gegen nicht-lizenzierte Glücksspiel-Anbieter bestehe noch Handlungsbedarf.