, 04.03.2020

Kunden der insolventen gibraltarischen Glücksspiel-Firma Addison Global dürfen darauf hoffen, ihre Kontoguthaben zurückzuerhalten. Der Betreiber der Online-Glücksspiel-Plattform MoPlay könnte seine Spielerdatenbanken verkaufen, um Kundengelder zu erstatten.

 

Wie die britische Branchenzeitung Racing Post berichtet, werde diese Option derzeit geprüft. Als möglicher Käufer komme der Sportwetten-Anbieter Star Sports infrage.

 

Sowohl die britische Glücksspielaufsicht UK Gambling Commission als auch die Regulatoren der Gibraltar Licensing Authority hatten Addison Global im Februar die Glücksspiel-Lizenzen entzogen. Grund dafür waren unbezahlte Schulden.

Der große Exodus

Wie Branchenmedien berichten, habe in der Führungsriege von Addison Global ein wahrer Exodus stattgefunden. So sei es in der Geschäftsführung zu einer Großzahl von Rücktritten gekommen. Auf der Karriere-Plattform LinkedIn werden sowohl Nyreen Llamas (Ex-Chief Strategy Officer) als auch Patrick Jay (Ex-Chief Operating Officer) bereits als ehemalige Mitarbeiter von Addison Global geführt.

 

Nur wenige Tage nach dem Lizenzentzug meldete Addison Global Insolvenz an und stoppte die Auszahlungen an MoPlay-Nutzer.

 

Der Insolvenzverwalter hat übernommen

 

Ob und wann Spieler ihre Einlagen und Gewinne von Addison Global erhalten können, entscheidet nicht zuletzt der Verlauf des Insolvenzverfahrens, in dessen Zuge die Insolvenzmasse ermittelt werden muss.

 

Mit dem Insolvenzverfahren wurden die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers per Beschluss des Obersten Gerichtshofs von Gibraltar beauftragt.

 

Sie müssen nun klären, welche Unternehmenswerte verwertet werden können, um mit dem Erlös die Gläubiger von Addison Global zu befriedigen. Sollten sich durch den Verkauf der Spielerdatenbank tatsächlich Erlöse erzielen lassen, könnte wenigstens ein Teil dieser an die Spieler gehen.

 

Addison Global entschuldigt sich

 

Bei der Glücksspiel-Firma Addison Global zeigt man sich in Anbetracht der Situation reuig.

 

Auf seiner MoPlay-Webseite hat sich der Glücksspiel-Anbieter bei seinen Kunden entschuldigt. In einem Statement heißt es:

„Wir bedauern diese Situation und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten, die den Kunden entstanden sind. Wir prüfen derzeit Möglichkeiten zur Lösung dieser Situation, indem wir versuchen, Vereinbarungen zu treffen, um die Kundenbilanzen zu sichern.“

 

Über mögliche Entwicklungen will das Unternehmen seine Kunden fortlaufend informieren. Für viele Nutzer wird allerdings nur die Nachricht von einer bevorstehenden Auszahlung wirkliche Erleichterung schaffen.

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