Montag, 03. Oktober 2022

WestSpiel beantragt rückwirkend Kurzarbeit für Casino-Mitarbeiter

Personen am Roulette-Tisch im Casino

Angesichts der anhaltenden Corona-Krise in Deutschland plant die Westdeutsche Spielbanken GmbH & Co. KG, für ihre knapp 1.000 Mitarbeiter Kurzarbeit zu beantragen. Medienberichten zufolge sei dies einem Schreiben der Geschäftsführung zu entnehmen, welches der Deutschen Presse-Agentur vorliege.

Die staatlichen Hilfen sollen, sofern bewilligt, rückwirkend ab dem 1. April in Anspruch genommen werden. Damit wolle die Gruppe ihre „schmelzenden Geldreserven“ schonen, die aufgrund anhaltend hoher Personalkosten langfristig nicht ausreichten.

Im Jahr 2018 befand sich die WestSpiel-Gruppe tief in den roten Zahlen, woraufhin die Landesregierung von NRW entschied, das bisweilen staatliche Unternehmen zu privatisieren. Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter protestierten fortwährend gegen die geplante Privatisierung. Noch vor Beginn der COVID-19 Pandemie betonte WestSpiel im Rahmen von Verhandlungen mehrmals, bereits wieder schwarze Zahlen zu schreiben und steigende Umsätze zu verzeichnen.

Allem Anschein nach jedoch reichen die jüngst positiven Geschäftszahlen der WestSpiel-Spielbanken nicht aus, um die Corona-Krise unbeschadet zu überstehen. Der Gruppe fehlten seit Beginn der Casino-Schließungen knapp 381.000 Euro Bruttospielerträge täglich, so die Geschäftsführung.

Wie die Aachener Zeitung berichtet, bestehe seitens des Finanzministeriums jedoch Klärungsbedarf über die tatsächliche Notwendigkeit der Maßnahme. Demnach gebe es derzeit noch „laufende interne Abstimmungsprozesse“. Weder das Ministerium noch WestSpiel hätten weitere Kommentare abgeben wollen.

Wiedereröffnung der Spielbanken ungewiss

Ebenso wie andere Casinos in Deutschland sind die vier WestSpiel-Spielbanken in Aachen, Bad Oeynhausen, Duisburg und Dortmund sowie die zu WestSpiel gehörigen Spielstätten in Bremen und Bremerhaven bereits seit Mitte März geschlossen.

Wann die Spielbanken in Nordrhein-Westfalen bzw. Bremen wieder öffnen dürfen, ist derzeit unklar. Ein Hoffnungsschimmer auf baldigen Wiederbeginn könnte jedoch aus dem Saarland kommen, wo Spielhallen seit Montag unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen.

Auf eine bundesweite Wiedereröffnung hofft auch die der Dachverband die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW). Deren Vorstandssprecher, Georg Stecker, äußerte sich am Montag dazu:

Dem guten Beispiel des Saarlandes müssen nun rasch auch die anderen Länder folgen. Spielhallen bieten schon aufgrund ihrer rechtlichen Grundbedingungen einen sehr guten Infektionsschutz, den wir durch ein eigenes Konzept optimiert haben.

Allerdings liegt es im Ermessen der Bundesländer, wann welcher Betrieb wieder geöffnet werden darf. Somit scheinen sich viele deutsche Glücksspielunternehmen vorerst noch gedulden zu müssen.