, 26.03.2021

Der Glücksspielanbieter Westspiel befindet sich anscheinend in einer schwierigen finanziellen Situation. Am Donnerstag berichteten Medien von internen Unterlagen, denen zufolge das Unternehmen von beantragten Corona-Staatshilfen in Höhe von 2 Millionen Euro bisher lediglich 100.000 Euro erhalten habe.

 

Wie sehr der landeseigene Spielbankenbetrieb auf die staatliche Hilfe angewiesen sei, gehe aus vertraulichen Dokumenten des Landtages von NRW hervor. Demnach habe die Corona-bedingte Schließung der Casinos zu Einnahmeverlusten im hohen Millionenbereich geführt.

Am vergangenen Wochenende hatte Der Spiegel berichtet, dass die Regierung von NRW eine stille Einlage in Höhe von 35 Millionen Euro aus dem Unternehmen abgezogen habe. Aufgrund des Kapitalabflusses habe die Gefahr bestanden, dass es bei Westspiel zu Liquiditätsproblemen kommen könne, so das Nachrichtenmagazin. Die beantragten Corona-Hilfen hätten demnach dazu beitragen können, die Cashflow-Situation des Casino-Betreibers zu stärken.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sei das Minus allein im Dezember auf etwa 7 Millionen Euro angewachsen. Zu Beginn des Jahres sei der Fehlbetrag weiter angewachsen, denn auch im Januar habe der Verlust 2,5 Millionen Euro betragen.

 

Das Geld lässt auf sich warten

Um die Verluste aufzufangen, habe Westspiel beim Bund 2 Millionen Euro Corona-Hilfe beantragt. Die Summe solle in gleichen Teilen von jeweils 1 Million Euro an die Westspiel-Muttergesellschaft Westdeutsche Spielbanken GmbH sowie an das Tochterunternehmen Casino Duisburg GmbH fließen.

 

Doch anstatt der erhofften Millionen sei lediglich ein Bruchteil bei den Antragstellern eingegangen. Nach Angaben des Finanzministeriums seien bisher jeweils nur 50.000 Euro “beschieden und ausgezahlt” worden.

 

Im Ministerium sei man sich der schwierigen Lage bewusst. So heiße es in einem Papier:

WestSpiel, die NRW.BANK und auch das Land beobachten die Liquiditätssituation von WestSpiel sehr genau – wie dies die Pflicht eines Eigentümers ist.

Der finanzielle Engpass kommt für die Regierung von NRW äußerst ungelegen. Diese will den Casino-Betreiber privatisieren und erhofft sich durch den Verkauf einen Erlös in Milliardenhöhe.

 

Die drei verbliebenen Interessenten erhalten derzeit Einsicht in die Bücher von Westspiel. Die Diskussion um die Auszahlung der beantragten Corona-Hilfe und eine etwaige Schieflage des Unternehmens dürften sie mit Interesse verfolgen.