, 08.08.2020

Die Teilnahme an einer Führung durch das legendäre Casino de Monte-Carlo ist seit dem 3. August wieder möglich. Das Casino kann nun erneut täglich besucht werden. In seiner hundertjährigen Geschichte war der mondäne Bau aus der Belle Époque nur zweimal geschlossen.

 

Im Jahre 1870 zwangen die Wirren des Deutsch-Französischen Krieges das Casino, seine Pforten zu schließen. Beim Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie musste die prächtige Spielbank zwischen März und Juni 2020 ihren Betrieb einstellen.

 

Das von Charles Garnier, einem Pionier der Belle-Époque-Architektur in Paris, entworfene Casino-Gebäude wurde 1863 von Charles III. von Monaco eingeweiht. Es erwirtschaftete einst über 95 % der Einnahmen des Fürstentums Monaco.

Das Casino war ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor

 

Im Jahre 1861 verlor Monaco die Städte Menton und Roquebrune an Frankreich. Damit büßte das Fürstentum rund 80 % seiner landwirtschaftlich nutzbaren Fläche ein. Es musste daher schnell eine neue Einnahmequelle für das Land erschlossen werden. Da hatte Charles III. die Idee, ein Casino zu bauen, das die Staatskasse füllen sollte.

Das Gebäude beherbergt das Casino, mehrere Luxusgeschäfte, die Opéra und die Ballets de Monte-Carlo-Büros. Der Besucher begibt sich zuerst in das beeindruckende Atrium, von wo aus auch der Salle Renaissance betreten werden kann, der heute das Automatenspiel beherbergt.

 

Im Casino spielen: Auf den Spuren von Ludwig XIV. und James Bond

Vom Atrium aus hat der Gast auch Zutritt zum Casino. Der Spielbetrieb im Casino beginnt um 14 Uhr und unterhält die Gäste bis 6 Uhr morgens. Um in den Spielbereich zu gelangen, muss ein Ausweisdokument vorgelegt werden.

 

Viele Casino-Besucher gehen ins Hôtel de Paris, bevor sie ihr Glück im Casino versuchen. Dort befindet sich eine berühmte Statue von Louis XIV., die Glück bringen soll, wenn man am Knie seines Pferdes reibt.

 

Das Spielangebot reicht von Englischem und Französischem Roulette über Chemin de fer bis hin zu Craps, Blackjack, Punto Banco und Poker. Die Wettbeträge liegen zwischen mindestens 5 Euro und höchstens 3.000 Euro.

Das Casino ist zwar eine der beliebtesten Attraktionen des Fürstentums, doch aufgrund eines 1987 verabschiedeten Gesetzes [Seite auf Englisch] ist es Einheimischen nicht gestattet, das Casino zu betreten oder dort zu arbeiten. Selbst die Fürstenfamilie hat keinen Zugang.

Die Gäste können sich auch auf die Spuren von James Bond begeben, denn im Casino wurden die Filme „Sag niemals nie“ und „GoldenEye“ gedreht.