, 13.08.2020

Die 58-jährige US-Amerikanerin Lois Riess wurde gestern in Minnesota zu einem Leben hinter Gittern verurteilt, weil sie 2018 ihren Ehemann erschossen hatte. Die aufgrund ihrer Spielsucht von der Polizei Losing Streak Lois (dt. Pechsträhnen-Lois) getaufte Frau sitzt bereits eine weitere lebenslange Haftstrafe ab. Auf ihrer Flucht hatte sie eine Frau erschossen, um deren Identität zu stehlen.

 

Mord nach 30 Ehejahren

 

Die Richter des Dodge County District Court verurteilten Lois Riess wegen schweren Mordes an ihren Ehemann David (54) zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Aussicht auf Bewährung. Sie hatte gestanden, ihn am 11. März 2018 mit einem Schuss ins Herz getötet zu haben.

 

Nach der Tat hatte Riess 11.000 USD vom Konto ihres Mannes abgehoben und war abgetaucht. Vor Gericht äußerten sich auch die erwachsenen Kinder des Paares. Sohn Billy erklärte in seinem Opfer-Statement:

Du bist einfach abgehauen. Wir hatten niemanden mehr. Es wird mir sehr schwerfallen, je wieder mit Dir zu sprechen und Dich zu sehen. Es gibt keine Entschuldigung dafür.

Nach rund einem Monat Fahndung hatte die Polizei Riess am 19. April 2018 in einem Hotel nahe der mexikanischen Grenze stellen können. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass die mehrfache Großmutter mittlerweile zwei Menschen brutal ermordet hatte.

 

Zwischenstopp im Casino

 

Hintergrund für die Taten soll eine im Geheimen gepflegte Spielsucht gewesen sein. Um diese zu finanzieren, so spätere Erkenntnisse, habe sie unter anderem ihre Schwester über Jahre um Tausende von Dollar betrogen.

 

Selbst während der Flucht soll Riess nicht vom Glücksspiel gelassen haben. Unter anderem habe sie am 8. April in Kinder, Louisiana, einen Stopp eingelegt, um im Coushatta Casino Resort zu zocken.

Das Coushatta Casino Resort besitzt eines der größten Glücksspielangebote Louisianas. Es bietet Besuchern rund 2.800 Automaten, 70 Spieltische, Bingo und Pferdewetten.

Nur drei Tage zuvor war Lois Riess zum zweiten Mal zur Mörderin geworden. In Florida, hatte sie die 59-jährige Pamela Hutchinson in einem Hotelzimmer erschossen. Die beiden einander ähnlich sehenden Frauen hatten sich einen Tag zuvor kennengelernt und sich zum Essen verabredet. Nach der Tat bemächtigte sich Riess der Papiere und Kreditkarten ihres Opfers. Dann setzte sie ihre Flucht mit dessen Wagen fort.

 

Der Fall Hutchinson wurde bereits im vergangenen Dezember in Florida verhandelt. Im Zuge eines Deals hatte Riess ein Geständnis abgelegt und so die drohende Todesstrafe abwenden können. Das Urteil lautete ebenfalls auf lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung. Die Strafen wird sie in Minnesota absitzen.