Die Polizei in Deutschland und Österreich geht gegen illegale Spielhallen vor (Bild: Max Fleischmann / Unsplash)

Die verrücktesten Ideen für illegale Spielhallen in Österreich und Deutschland

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Die offizielle Regulierung des Automatenspiels in Deutschland und Österreich gibt genaue Rahmenbedingungen für das landbasierte Spiel vor. Spielhallen und Geldspielgeräte in der Gastronomie erfordern eine Zulassung.

Die Anzahl der Lizenzen und Spielautomaten sowie die Einsatzhöhe sind in beiden Ländern gesetzlich geregelt. In Österreich gelten dabei unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern.

Illegale Spielhallen umgehen hingegen sämtliche Auflagen und operieren ohne Lizenz. Die Besucher sind dadurch Kriminalität und womöglich manipulierten Geräten ausgeliefert. Trotzdem zieht es Spieler in diese „Spielhöllen“, weil sie dadurch eine etwaige Spielersperre bei legalen Anbietern oder Einsatzlimits umgehen können.

Illegales Automatenspiel findet mehr oder weniger gut versteckt in Hinterzimmern und an anderen zwielichtigen Orten statt. Um nicht aufzufliegen oder Razzien zu entgehen, greifen die die Betreiber dafür oft tief in die Trickkiste.

Wir stellen einige der ausgefallensten illegalen Spielhallen vor, die dem langen Arm des Gesetzes dennoch nicht entkommen sind.

Die verrücktesten illegalen Spielhallen in Österreich

Österreich unterscheidet zwischen dem „großen Glücksspiel“ in Casinos mit klassischen Tischspielen wie Roulette, Poker oder Baccarat und dem „kleinen Glücksspiel“ an Spielautomaten außerhalb der staatlichen Casinos. Diese können mit Zulassung beispielsweise in Spielsalons oder Gaststätten aufgestellt werden.

Die einzelnen österreichischen Bundesländer vergeben über das Finanzministerium die Lizenzen. Dementsprechend geht auch die Finanzpolizei gegen das illegale Glücksspiel vor.

Es gelten unterschiedliche Regelungen für Gaststätten und Automatensalons, was die Anzahl der Geräte und die Einsatz- und Gewinnhöhe betrifft. Wien und die Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg erlauben keine Spielautomaten.

Erlaubt ist das „kleine Spiel“ demnach nur im Burgenland sowie in Niederösterreich, Oberösterreich, in der Steiermark und in Kärnten.

Beamte beim Abschweißen fest installierter Geräte.

Das Finanzministerium verzeichnet etwas weniger als 7.000 legale Geldspielautomaten in Österreich und geht von mindestens ebenso vielen Automaten in illegalen Spielhallen aus.

Diese greifen immer wieder auf ähnliche Tricks zurück, um nicht aufzufallen oder Fahndern den Zugriff zu erschweren. Dazu zählen beispielsweise folgende mehr oder weniger drastische Maßnahmen:

  • Verdunkelte oder verspiegelte Fenster, um Einblicke in die Spielstätten zu verhindern
  • Einlasskontrollen mit Schleusentüren und Käfigen
  • Alarmgesicherte Eingänge
  • Vortäuschung geschlossener Spielstätten durch Schilder
  • Abschreckung der Beamten, etwa durch Schilder wie „Stromschlag, Lebensgefahr“ an Türen
  • Mit Reizgas oder Nebelgranaten gesicherte Spielautomaten
  • Fest verschraubte oder verschweißte Spielgeräte, um Beschlagnahmung und Abtransport zu erschweren
  • Versteckte Eingangstüren zu Hinterzimmern mit Geldspielgeräten
  • Stromunterbrecher für Spielgeräte, teilweise auch automatisch oder per Fernsteuerung, um den Nachweis illegaler Spiele zu erschweren

Hier sind einige extreme Beispiele für versteckte Spielautomaten und illegale Spielhallen in ganz Österreich:

Die mobile Spielhalle in Niederösterreich

In Niederösterreich stellten Betreiber im Jahr 2015 einen Container auf, um an einer Tankstelle in Leobendorf eine illegale Spielhalle zu eröffnen. Der blau gestrichene Container sah zwar einem Baustellen-Container ähnlich, erregte aber ohne nahe Baustelle Aufmerksamkeit und Verdacht.

Ein Türschloss mit Zugangscode in der Türklinke regelte den Zugang. Die Mitarbeiterin der Tankstelle war in die Geschehnisse eingeweiht und setzte die Geldspielgeräte zurück. Im Gewinnfall nahm sie außerdem die Auszahlung vor.

Die Geräte stammten aus der Slowakei und waren mit dem Aufkleber eines Unternehmens aus Bratislava versehen. Die Betreiber mussten sich vor den österreichischen Finanzbehörden rechtfertigen.

Die illegalen Automaten hinter dem Regal in Linz

Im April 2022 gab die Polizei in Linz bekannt, eine illegale Spielhalle in einem Lokal ausgenommen zu haben. Nach außen hin gab sich die Gaststätte als geschlossen und dunkel aus und niemand öffnete den Beamten vor Ort. Aus einem vergitterten Fenster drangen aber Stimmen und der Raum dahinter musste zum Lokal gehören.

Per Schlüsseldienst verschafften sich die Beamten Zutritt und fanden zunächst zwei Geldspielgeräte, die nicht in Betrieb waren. Die Videoaufzeichnung einer Überwachungskamera sowie die Stimmen aus dem Fenster ließen auf ein geheimes Hinterzimmer schließen.

Ein schmales Wandregal entpuppte sich als Schiebetür und versteckte so den Eingang.

Im illegalen Spielzimmer trafen die Polizeibeamten auf sechs Personen, von denen zwei als Betreiber im Verdacht stehen. Diese Taktik ist den Beamten nicht fremd: Die Veranstalter illegaler Glücksspiele mischen sich bei Razzien immer wieder unter die Besucher und behaupten, selbst nur zu spielen.

In Linz folgten jedoch mehrere Anzeigen durch die Finanzpolizei, die Beschlagnahmung von insgesamt vier Spielautomaten sowie die Schließung des Betriebs.

Wien: Automaten hinter Spiegelwand mit Reizgas gesichert

In Wien gibt es die Einsatzeinheit WEGA, eine Sondereinheit der Polizei mit dem früheren Namen Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung, wovon sich der heutige Name ableitet. Die WEGA begleitet Einsätze mit erhöhtem Gefährdungsgrad für die Beamten.

So auch bei einem Einsatz im Jahr 2015 im Favoriten, dem 10. Bezirk in Wien. Mit Gasmasken stürmte die Finanzpolizei eine illegale Spielhalle, die sich als Internetcafé tarnte.

Beamte der Finanzpolizei mit als Internet-Terminals getarnten Spielgeräten.

In einem Raum standen mehrere Internetterminals, von Glücksspiel fand die Polizei zunächst keine Spur. Doch im Nebenzimmer versteckte eine Spiegelwand den Zugang zu zehn Spielautomaten. Diese waren fest geschweißt und mit Reizgas gesichert – kein Einzelfall. Die Fahnder deaktivierten die „Gasfalle“, um anschließend die Geräte loszuschweißen und abzutransportieren.

Noch am selben Tag stürmte die Finanzpolizei unter Aufsicht des Wiener Chefs, Franz Kurz, ein Wettcafé. Hier fanden sie deaktivierte Automaten, die sich nicht in Gang setzen und daher nicht beschlagnahmen ließen. Die Polizei muss dafür das illegale Glücksspiel vor Ort nachweisen können.

Illegale Spielhalle – angeblich ohne Mitarbeiter

Am 24. Februar 2021 führte die Finanzpolizei in Wien einen Doppelschlag gegen illegale Spielhallen durch. Beim Zugriff in den Bezirken Donaustadt und Rudolfsheim-Fünfhaus konnten die Beamten Verstöße gegen so ziemlich alle Vorschriften feststellen. Die Fahnder waren anonymen Hinweisen auf Lokale mit illegalem Glücksspiel nachgegangen und vermuteten organisierte Kriminalität.

Im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus stürmte die Polizei durch die Hintertür und konnte so zehn Spieler an illegalen Automaten auf frischer Tat ertappen. Insgesamt sieben Geräte wurden abtransportiert. Die Kriminalbeamten stellten aber auch Rauschgift sowie gefälschte Ausweise und Dokumente sicher.

Ein per Fahndung gesuchter Straftäter befand sich ebenfalls unter den Gästen.

In Donaustadt rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften an, da sie in einem abgeriegelten Lokal organisiertes Verbrechen erwartete. Angesichts der Übermacht öffneten die Anwesenden aber freiwillig die massive Metalltür.

Beamte der österreichischen Spezialeinheit Cobra

Symbolbild: Beamte der österreichischen Spezialeinheit Cobra (Bild: Bundesministerium Inneres)

Die Beamten hoben hier eine größere Spielstätte aus: 34 Spieler waren vor Ort und hatten teilweise große Bargeldsummen bei sich. An drei Pokertischen wurde mit Einsätzen von bis zu mehreren tausend Euro pro Runde gezockt. Dazu kamen zwei illegale Glücksspielgeräte.

Die Vorwürfe gegen die Veranstalter waren schwer: illegales Glücksspiel, Schank- und Barbetrieb ohne Konzession, Verstöße gegen Corona-Verordnungen, Schwarzarbeit, Waffen- und Drogenbesitz sowie Mangel an Fluchtwegen und Feuerlöschern.

Allerdings zeigte sich niemand verantwortlich: Alle Anwesenden behaupteten, Gäste zu sein. Etliche gaben sogar an, nur zum Fußballschauen gekommen zu sein. Durch Nachforschung und Verhör konnte die Polizei die Verantwortlichen jedoch feststellen und Ermittlungen gegen die Hintermänner aufnehmen.

Die dreisten Stromdiebe

Ende Juni 2021 griffen Polizei und Finanzpolizei im 16. Wiener Bezirk Ottakring zu. Ein Lokal im Erdgeschoss war dort mit einem massiven Metallriegel und einer elektrisch gesicherten Magnettür abgeriegelt. Die Beamten verschafften sich Zugang mit einem Schlosser.

Ein Aufpasser überwachte die illegale Spielhalle und beobachtete mit Außenkameras auch die Straße. Die Razzia konnte er dennoch nicht verhindern. Der schwarz Beschäftigte musste sich wegen Sozialbetrugs verantworten.

Bei den Betreibern handelte es sich um Wiederholungstäter aus Griechenland, die mit Höchststrafen von bis zu 60.000 Euro pro Spielautomat rechnen mussten. Bei 18 Geldspielgeräten in der illegalen Spielhalle belief sich die Summe damit auf mehr als eine Million Euro.

Die Täter veranstalteten nicht nur illegales Glücksspiel, sie mussten sich auch wegen Nichteinhalten der Corona-Schutzmaßnahmen und des Rauchverbots verantworten sowie wegen Stromdiebstahls.

Das Lokal war ungemeldet ans Netz angeschlossen und bezog den Strom schwarz. Nach der Abschaltung und Beschlagnahmung der Geräte tauschten die Beamten die Schlösser und versiegelten das Lokal.

Oberösterreich als Hotspot illegaler Spielhallen

Neben Wien und Salzburg gilt vor allem Oberösterreich als Hotspot der illegalen Spielhallen mit Glücksspielgeräten. Im Jahr 2021 führte die Polizei dort mehrere groß angelegte Durchsuchungen durch.

Gleichzeitige Razzien an 39 Einsatzorten mit rund 120 Beamten brachten der Finanzpolizei im August 2021 insgesamt 121 illegale Glücksspielgeräte ein, die so aus dem Verkehr gezogen werden konnten. Landeshauptmann Thomas Stelzer von der ÖVP kommentierte den Erfolg:

„Es ist entscheidend, dem illegalen Glücksspiel keinen Raum zu geben und mit aller Konsequenz dagegen vorzugehen. Die zahlreichen großen Einsätze in jüngster Zeit zeigen das nach wie vor große Ausmaß der illegalen Glücksspielszene im Verborgenen.

Es braucht daher rasch eine Verschärfung der Gesetze und auch eine bessere Handhabe für die Exekutive im Kampf gegen die Kriminalität.“

Die Beamten stießen bei der Aktion auf die üblichen Tricks und Abwehrmaßnahmen und mussten oft zur Zwangsöffnung übergehen: mit Metallplatten verstärkte Türen, Überwachungskameras, gewaltbereite Aufpasser, Reizgasfallen, vorgeblich geschlossene Lokale und Stromabschaltung per Fernbedienung.

Im September 2021 erfolgte die nächste Schwerpunktaktion in Oberösterreich. In Vöcklabruck, Linz, Linz-Land und Wels konnten so insgesamt 55 Geldspielgeräte beschlagnahmt werden. „Oberösterreich ist einer der Hotspots des illegalen Glücksspiels in unserem Land. Alleine seit August wurden durch gezielte Schwerpunktaktionen der Finanzpolizei über 200 Automaten erfolgreich aus dem Verkehr gezogen und der kriminellen Szene damit ein enormer Schlag verpasst“, sagte Finanzminister Gernot Blümel.

Viele illegale Spielhallen werden von Wiederholungstätern betrieben. Im Jahr 2020 zogen die Beamten allein in Oberösterreich rund 450 Spielautomaten aus dem Verkehr und verhängten Geldstrafen mit einer Gesamthöhe von mehr als 8 Millionen Euro. Im Jahr 2021 konfiszierten sie ebenfalls mehrere hundert Automaten und verordneten Geldstrafen von mehr als 5 Millionen Euro.

Die österreichischen Glücksspiel-Detektive fahnden für Novomatic

Das Amt für Betrugsbekämpfung bei der österreichischen Finanzpolizei ist für den Kampf gegen illegale Spielhallen zuständig. Die Beamten fahnden nach Steuerhinterziehung, Sozialbetrug, unerlaubtem Glücksspiel und organisiertem Verbrechen.

Allein im Jahr 2021 führten 54.000 Kontrollen in 28.000 Betrieben zu rund 7.000 Strafanträgen und mehr als 800 beschlagnahmten Geräten. Die Strafen aufgrund von Arbeitsmarktverstößen wie Sozialversicherungsbetrug oder illegale Beschäftigung von Nicht-Staatsbürgern beliefen sich auf 12,5 Millionen Euro.

Die Finanzbeamten nehmen bei ihrer Arbeit jede Hilfe und Unterstützung an. Die Polizei und Stadtbeamten leiten Tipps zu illegalen Spielhallen weiter. Häufig fehlen der Finanzpolizei aber einfach Beamte. „Keine Einheit ist so rasch gewachsen“, sagte der Chef der Wiener Finanzpolizei.

Viele Tipps kommen aber auch von privaten Detektiven, die für die legalen Anbieter nach der illegalen Konkurrenz fahnden.

Der österreichische Konzern Novomatic ist der größte Lizenznehmer für Spielautomaten. Die Internetseite Spieler-Info führt eine Liste illegaler Spielstätten, verrät aber keine Information zu aktuell laufenden Ermittlungen. Ein Tipp an die Detektive, der noch nicht bekannt ist, bringt sogar 150 € ein.

Razzien und das Ausheben der illegalen Spielhallen sind aber ein langwieriger Weg zum Erfolg. Der wirksamste Trick ist das Umstellen per Software: Stehen die Polizisten vor der Tür, stellen die Betreiber den Strom ab oder tauschen per Knopfdruck das Spielangebot der Geräte mit Touch-Display.

Statt Glücksspiel finden die Beamten dann legale „Skill Games“. Geldwechsel-Automaten können so auch als Stationen zum Aufladen von Handy-Guthaben getarnt werden.

Eine Schließung der Lokale ist erst bei mehrfachen Verstößen möglich. Neue Automaten sind nach einer Beschlagnahmung schnell geliefert. Nach Angaben der Finanzpolizei kann ein illegaler Automat bis zu 10.000 pro Monat bringen.

Die illegalen Spielhallen bergen Gefahren für Spieler:

  • Die Automaten können manipuliert sein
  • Das Verlustrisiko ist höher
  • Wucher beim Geldverleih
  • Nähe zur organisierten Kriminalität

Das Fehlen von Jugend- und Spielerschutz sowie von Beschränkungen der Einsätze oder Verluste ist für manche Spieler aber ein Anreiz, die Spielhöllen aufzusuchen, etwa weil sie sich hohe Gewinne von hohen Einsätzen versprechen oder weil sie für legale Spielstätten gesperrt sind.

Der mit Abstand größte Konzessionsinhaber in Österreich ist der Novomatic-Konzern. Daneben verfügen die Casinos Austria über eigene bundesweite Konzessionen zum Betrieb von kleinen Automaten, die auch in Verbotsländern gelten. Aktuell gibt es 700 solcher Geräte.

Ausgefallene illegale Spielhallen in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es illegale Spielhallen mit Geldspielautomaten. Die aufgedeckten Fälle sind 2021 sprunghaft angestiegen und haben sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Eine Feldstudie des Arbeitskreises gegen Spielsucht e. V. gibt Einblick in den illegalen Glücksspielmarkt: Bei einer Begehung von 1.408 Spielorten seien in 44,5 % der Fälle sogenannte Fun Games und mit ihnen nicht lizenzierte Spielgeräte vorgefunden worden. Im Fokus der Studie stand vor allem die „Problemgastronomie“, also potenziell illegale Spielhallen in Lokalen. Der Arbeitskreis gegen Spielsucht e. V. ist für seine jährlichen Studien zum Automatenspiel in Deutschland bekannt.

Die folgenden Fälle sind Beispiele für illegale Spielhallen in Deutschland:

München: Illegales Keller-Casino

Im Oktober 2021 rückte die Polizei in München mit 40 Beamten an, um eine verdächtige Adresse im Stadtteil Hasenbergl zu untersuchen: Im Keller eines Geschäfts befände sich eine illegale Spielstätte. Dieser Tipp stammte von einer Person, die dort beim Spiel Geld verloren hatte.

In einem Raum von rund 60 Quadratmetern fand die Polizei Spielautomaten und Tische für Roulette und Poker. Die Anwesenden, fünf Männer und eine Frau zwischen 30 und 54 Jahren aus Südostasien, wurden des organisierten Verbrechens verdächtigt.

Bargeld konnten die Beamten keines sichern, aber die Spielstätte sei seit Jahresende 2020 in Betrieb gewesen mit Glücksspielrunden mit bis zu 10.000 Euro Einsatz. Die Verdächtigen vor Ort gaben keine Hinweise auf die eigentlichen Drahtzieher und tarnten sich selbst als Spieler.

Köln: Manipulierte Automaten

Ende August 2021 führte die Polizei in Köln-Ostheim eine Razzia in einer illegalen Spielhalle durch. Die Beamten leiteten Ermittlungen gegen 20 beschuldigte Veranstalter ein.

Die als Gaststätte getarnte Spielhalle nutzte Außenkameras, um die Umgebung zu beobachten. Das schützte die Spielstätte aber nicht vor der Razzia. Neben einem Würfelspiel mit Croupier fanden die Beamten illegale Spielautomaten, bei denen durch Manipulation die Einsatzlimits aufgehoben waren. Außerdem stellten die Beamten eine Summe von 90.000 Euro in Bargeld sicher.

Nordrhein-Westfalen: Nur die Verschrottung schützt vor illegalen Automaten

Anfang Februar 2022 hat die Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen 38 Spielautomaten zerstört. Die Geräte stammten aus Aktionen an drei Kontrolltagen. Nach Angaben der zuständigen Beamten waren die Geräte illegal oder manipuliert und hätten den Tätern mutmaßlich mehrere hunderttausend Euro eingebracht.

Der radikale Schritt der Zerstörung per Bagger auf dem Schrottplatz sei daher notwendig. Ansonsten sei zu befürchten, dass die beschlagnahmten Geräte wieder gestohlen würden.

Die meisten dieser Spielautomaten kamen als Altgeräte nach Deutschland, etwa aus Österreich, Slowenien oder auch Malta. Manipulation ist durch Chips mit Software aus Russland möglich, um die Gewinn- und Verlustbeschränkungen aufzuheben. Der Eingriff verändert auch die Auszahlungsquoten, sodass die Chancen der Spieler sinken.

Berlin: Zu viele Spielautomaten für den LKW

Im März 2022 führte die Polizei in Berlin gemeinsam mit dem Finanzamt und dem Hauptzollamt eine groß angelegte Aktion mit mehreren Razzien und mehr als 50 Beamten durch. Die beschlagnahmten 21 Spielautomaten aus den illegalen Spielhallen überstiegen wohl die Erwartungen der Polizei: Die Geräte passten nicht in den vorgesehenen LKW, sodass weitere Fahrzeuge herangezogen werden mussten.

Quellen:

  • https://www.addendum.org/grosses-vs-kleines-gluecksspiel/
  • https://www.mein-oesterreich.info/wissenswertes/gluecksspiele.htm
  • https://www.bmf.gv.at/themen/gluecksspiel-spielerschutz/gluecksspiel-in-oesterreich/konzessionaere-ausspielbewilligte.html
  • https://www.spieler-info.at/2015/05/04/code-2323-illegale-automaten-in-leobendorf-no-die-tricks-mit-der-mobilen-container-spielhalle/
  • https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/wandregal-als-schiebetuer-geheimer-eingang-zu-illegalem-gluecksspiel-entlarvt;art4,3629299
  • https://wien.orf.at/stories/3110899/
  • https://salzburg.orf.at/stories/3142514/
  • https://www.noen.at/niederoesterreich/chronik-gericht/finanzpolizei-razzien-in-wiener-zocker-lokalen-wien-redaktionsfeed-razzia-polizei-ermittlung-redaktion-250907228
  • https://www.br.de/nachrichten/bayern/muenchen-illegales-spielkasino-im-geschaeftskeller-6-festnahmen,SlpAm8i
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Jakob Straub
Jakob Straub Casino Experte

Buchautor und Branchenexperte Jakob schreibt seit 5 Jahren für CasinoOnline.de

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