, 01.04.2020

Die britische Starling Bank führt mit ihrem nächsten Mobile-App-Update neue Features ein, die ihren Bankkunden besseren Schutz und mehr Kontrolle in Bezug auf das Online-Glücksspiel bieten sollen. Die Bank erklärt in ihrem jüngsten Statement [Seite auf Englisch], dass die bereits aktiven Überweisungssperren von Transaktionen an Online-Casinos künftig erst nach einer 48-stündigen Wartezeit deaktiviert werden können.

 

Beantrage ein Kunde also innerhalb der App die Aufhebung einer zuvor selbst aktivierten Sperre, müsse er zwei Tage warten, bis die Bank tatsächlich wieder Überweisungen an Online-Glücksspiel-Anbieter zulasse. Diese Verzögerung könne auch nicht umgangen werden, indem ein Kundenberater direkt kontaktiert werde.

Die Starling Bank führte ihre Anti-Glücksspiel-Technologie als erste Bank erstmals im Jahr 2018 ein. Kurz darauf schlossen sich andere Banken der Maßnahme an und begannen, ihren Kunden ebenfalls eine freiwillige Blockierung von Transaktionen an Glücksspiel-Anbieter bereitzustellen.

Effektiver Schutz vor impulsiven Entscheidungen

Die eingebaute Verzögerung zur Deaktivierung der Zahlungssperre soll vor allem impulsive Handlungen verhindern. Das helfe insbesondere Problemspielern und Spielsüchtigen, die davor geschützt würden, ihrem oft spontanen zwanghaften Spielverhalten nachzugehen. Die Bank erklärt:

Die 48-stündige Verzögerung beginnt in dem Moment, in dem man versucht, die Zahlungssperre abzustellen. Man nennt dies eine „positive Spannung”, einen „Denkanstoß“ oder auch „Überlegungsfrist“ für den Kunden, der möglicherweise seine Meinung ändert, wenn man ihm mehr Zeit zum Nachdenken gibt. Das macht das impulsive Spielen oder Wetten schwieriger.

Kunden, die die Zahlungssperre deaktivierten, erhielten darüber hinaus unmittelbar einen Hinweis, welche Hilfsangebote zur Verfügung stünden, sollte ein Spieler diese wahrnehmen wollen. Auch würde die Telefonnummer der nationalen Glücksspiel-Telefonseelsorge eingeblendet.

 

Online-Glücksspiele als eigene Kategorie

Die Starling Bank habe noch eine weitere Änderung in ihrer neuen App eingeführt, von der das Online-Glücksspiel betroffen sei. „Glücksspiel“ werde jetzt als eigenständige Kategorie innerhalb der Banküberweisungssysteme geführt.

 

Zuvor sei das Glücksspiel in den Bereich Freizeit und Entertainment gefallen. Durch die deutliche Trennung jedoch sei es leichter, Zahlungen an Online-Glücksspiel-Anbieter zu blockieren.

 

Nicht davon betroffen seien jedoch weiterhin landbasierte Lotterieannahmestellen. Versuche ein Kunde also, trotz einer aktiven Überweisungssperre, ein Lottoticket zu erwerben, greife die Sperre nicht.

 

Bisher seien die Spielerschutzmaßnahmen seitens der Bank bei den Kunden gut angekommen. Die Bank rechne damit, dass diese auch die neueingeführte 48-Stunden-Verzögerung begrüßen würden.

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