, 31.03.2020

Der asiatisch-pazifischen Casino-Industrie droht in der ersten Hälfte des Jahres 2020 ein massiver Einbruch. Wie das Onlinenachrichtenportal BusinessWorld berichtet, schätze die Rating-Agentur Standard and Poor’s (S & P) den Glücksspiel-Besucherrückgang in der Region auf 60 bis 80 %.

 

Aufgrund von Schließungen sowie Restriktionen der Reise- und Verkehrsfreiheit könnten Spieler die Ziele in Fernost nicht wie üblich besuchen. Die Folge seien Umsatzeinbrüche bei den Casino-Betreibern. Laut Prognosen könnten sich diese auch noch im dritten und vierten Quartal 2020 bemerkbar machen.

 

Neben den Casinos seien auch Zulieferer die Leidtragenden der Corona-Pandemie, so S & P:

„Dies [Die Schließung der Casinos. Anm. d. Red.] verschärft die schwache Konsumentenstimmung und führt zu negativen Cashflows. Hersteller von Spielgeräten und Lotterie- und Wettanbieter erfahren ähnliches Leid aufgrund der vorübergehenden Schließung von Veranstaltungsorten.“

S & P gehe ferner davon aus (Link auf Englisch), dass die gesamte Casino-Wirtschaft unter den Schließungen zu leiden habe, nicht nur einzelne Anbieter. Besonders der fehlende Umsatz aus dem Massenmarkt werde sich negativ auf die Bilanzen der Unternehmen auswirken. Einige Konzerne müssten mit einer Abwertung ihrer Kreditwürdigkeit rechnen.

 

Wie wird sich der Wirtschaftskollaps bemerkbar machen?

 

Um die Folgen der prognostizierten Umsatzeinbrüche zu mildern, könnten viele Glücksspielfirmen eine Rationalisierung ihrer Betriebskosten vornehmen.

Welche Teile Asiens sind derzeit besonders von Casino-Schließungen betroffen?

Obgleich einige Casinos in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau den Betrieb wieder aufgenommen haben, zählt die Glücksspielbranche auf der Halbinsel zu den großen Verlierern. Experten gehen davon aus, dass die Industrie Milliardenverluste hinnehmen muss. Auf den Philippinen hatte der Glücksspielregulator PAGCOR im März alle Glücksspiel- und Casio-Operationen unterbunden. In Kambodscha sollen ab dem 1. April 2020 alle Spielstätten schließen.

Entlassungen und unbezahlter Urlaub sind nur zwei Maßnahmen, die sich unmittelbar auf Beschäftigungsverhältnisse in der Region auswirken könnten.

 

Sollte COVID-19 bis zum Juni in Asien eingedämmt werden, schätzt S & P jedoch mit einer leichten Erholung der Wirtschaftslage zum Jahresende.