, 04.12.2019

Die dänische Regierung hat am Montag Pläne für eine Steuererhöhung für Online-Glücksspiel veröffentlicht. Als Teil einer Steuerreform sollen Betreiber von Online Casinos ab dem Januar 2021 Abgaben in Höhe von 28 % auf ihre Glücksspielumsätze zahlen. Dies bedeutet einen Steueranstieg um 8 % bzw. eine Gesamterhöhung um 40 %.

 

Umsätze aus dem Online-Glücksspiel werden seit der Eröffnung des legalen Markts im Jahre 2012 mit einem Steuersatz von 20 % belegt. Dänemarks Regierung erhofft sich durch die angekündigte Abgabenerhöhung geschätzte Mehreinnahmen in Höhe von 150 Millionen Dänische Kronen (ca. 20 Millionen Euro).

 

Ein Beitrag zur Steuergleichheit?

 

Obgleich Unternehmen aus dem Online-Glücksspielsektor die Steuererhöhung als schmerzhaft begreifen dürften, scheinen die Sozialdemokratische Partei Dänemarks und ihre Unterstützer mit dem Reformvorhaben einen Beitrag zu Steuergleichheit leisten zu wollen.

 

Ein Taschenrechner neben Geld und einer Zange

Gaming-Firmen werden in Dänemark womöglich weniger einnehmen als zuvor. (Quelle: Pixabay)

Bislang müssen landbasierte Casinos nämlich wesentlich höhere Steuern als Online Casinos an den Staat abführen.

 

So fallen für Tisch- und Automatenspiele Abgaben in Höhe von 45 % an. Für Spielautomaten in Restaurants oder Spielhallen liegt der Steuersatz bei einer Höhe von 41 %.

 

Der Schritt zur Angleichung der Steuersätze könnte jedoch nicht das einzige Ziel der Politik sein.

 

Schwedens Rot-Grüne-Koalition verfolgt aktuell die Absicht, seinen Staatshaushalt zu sanieren und Finanzmittel für Bildung, Krankenversorgung und die Sozialsicherungssysteme zu generieren.

 

Auch Suchtpräventions-Programme und die Unterstützung der Glücksspiel-Regulatoren könnte mit den Geldern finanziert werden.

Dänemarks Kampf gegen die Glücksspielsucht

Die dänische Glücksspielaufsicht Spillemyndigheden intensiviert gerade ihren Kampf gegen die Glücksspielsucht im Lande. Hierzu produziert sie Videos, die zum verantwortungsvollen Spielen aufrufen.

 

Die Kontrolleure reagieren mit der Aktion auf die vermehrte Kontaktaufnahme von Problemspielern, die sich bei der Telefon-Hotline der Anti-Sucht-Kampagne StopSpillet melden. Dänemarks Glücksspielanbieter waren in den vergangenen Jahren immer wieder wegen aggressiver Werbekampagnen und mangelndem Spielerschutz kritisiert worden.

Dänemark erhöht Steuern, doch wer zahlt die Rechnung?

 

Nicht nur für Dänemarks Glücksspielmarkt, dessen Umsatz in den letzten Monaten um 1 % fiel, könnte sich die Steuerreform als bitterer Einschnitt erweisen.

 

Auch über die Grenzen hinweg wurde die Meldung mit Beunruhigung aufgegriffen. Wie das schwedische Nachrichtenportal DI.se unter Berufung auf das Börsenmagazin Børsen (Link auf Dänisch) berichtet, blickten vor allem Skandinaviens große Player mit Besorgnis auf die Gesetzesänderungen in Dänemark.

 

Die in Dänemark lizenzierte Kindred Group, deren Aktie an der schwedischen Börse gehandelt wird, äußerte sich kritisch über die Steuererhöhung. Kim Olesen, Kindreds Manager für den dänischen Markt, ging Anfang dieser Woche nicht davon aus, dass die Regierung von ihrer Steuerreform profitieren werde:

„Dies [Die Steuererhöhung, Anm. d. Red.] könnte einen möglichen Zusammenbruch der Online-Branche bedeuten. In einigen Jahren werden wir mit einem erweiterten Monopol und deutlich schlechteren Produkten für unsere Nutzer zurück sein. (…). Ich denke, wir werden einen Umsatzrückgang sehen und es wird damit enden, dass wir dem Staat nichts extra geben“

Überdies sei damit zu rechnen, dass einige der aktuell 45 in Dänemark tätigen Online-Glücksspiel-Unternehmen den Markt verlassen werden. Zur Besonnenheit mahnte unterdessen Betsson CEO Pontus Lindwall. Der Chef des schwedischen Traditionsglücksspielunternehmens sagte, dass Dänemark nicht der wichtigste Absatzmarkt für den Konzern sei.

 

Aktien der Online-Glücksspielbetreiber taumeln

 

Obwohl sich erst in über einem Jahr zeigen wird, welche Auswirkung die Steuererhöhung tatsächlich haben wird, haben die Aktien einiger bekannter Online-Glücksspielbetreiber bereits an Wert eingebüßt.

 

An der schwedischen Börse verlor das Wertpapier von Betsson am Dienstag um 4,6 % an Wert. Die Aktie der Kindred Group gab sogar um 8,1 % nach. Sollte Dänemarks Regierung ihren Kurs fortsetzen, könnte anderen internationalen Glücksspielbetreibern vermutlich bald ein ähnliches Schicksal drohen.

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