, November 6, 2018

Nach Medienberichten könnte in den USA eine Elefantenhochzeit im Glücksspiel-Business bevorstehen. Am Montag berichtete die New York Post, dass MGM Resorts und Caesars Entertainment die Chancen eines Zusammenschlusses ausloten. Sollte dieser in die Tat umgesetzt werden, entstünde einer der weltweit größten Glücksspiel-Konzerne.

 

Mehrere Quellen der New York Post haben dem Artikel zufolge bestätigt, dass MGM die Investmentfirma Morgan Stanley sowie die New Yorker Kanzlei Weil, Gotshal & Manges damit beauftragt haben, nach Möglichkeiten für eine Fusion zu suchen.

 

Hinter dem Vorhaben soll der Hedgefonds Canyon Partners stehen, der zusammen mit anderen Fonds über 25 % der Aktienanteile an Caesars Entertainment hält. Bei dem Fonds ist mit Chaney Sheffield ein Ex-Banker von Morgan Stanley für den Casino-Bereich verantwortlich, weshalb die Wahl der Investmentbank auf seinen ehemaligen Arbeitgeber gefallen sein kann.

 

Fusion soll Kosten reduzieren

Ein wichtiger Grund für den Plan soll in der Unzufriedenheit der Teilhaber über die schlechte Performance von Caesars in diesem Jahr liegen. Tatsächlich entwickeln sich die Aktienkurse beider Unternehmen in bisherigen Verlauf von 2018 nicht gerade positiv. So haben die Caesars-Anteile seit Januar 25 % verloren, während MGM 15 % einbüßte. Einer der Gründe für die Verluste dürfte in den im Sommer in den USA legalisierten online Sportwetten liegen, die Glücksspieler ins Internet abwandern lassen.

 

Trotzdem liegen die Werte beider Firmen noch immer im hohen zweistelligen Milliardenbereich. Das die Fusion vorantreibende MGM ist demnach gut 30 Milliarden US-Dollar wert, während Caesars auf immerhin 22 Milliarden US-Dollar taxiert wird. Angesichts der unterschiedlichen Bewertungen ist klar, dass MGM sich wahrscheinlich selbst als Seniorpartner einer möglichen Fusion ansieht.

Casinos von Caesars und MGM in Las Vegas
Caesars Entertainment ist mit seinen Casinos insbesondere in Las Vegas aktiv. Dort gehören neben dem weltberühmten Caesars Palace auch das legendäre Flamingo Casino, das von dem Mafioso Bugsy Siegel 1946 eröffnet wurde, sowie die Casino-Resorts Bally’s, Rio, Paris und Harrah’s zum Unternehmen.
MGM ist unter anderem mit dem MGM Grand, dem mit 5.044 Zimmern drittgrößten Hotel der Welt, dem Mirage, Luxor und Bellagio präsent. Darüber hinaus verfügt die Kette über zahlreiche weitere Casinos in den USA und im chinesischen Spielerparadies Macau sowie in Dubai.

Neben einer optimierten Abstimmung des gemeinsamem Casino-Angebots dürfte die Chance auf erhebliche Einsparungen ein treibender Faktor hinter dem Bestreben sein. So erhoffen sich Analysten von dem Zusammenschluss eine signifikante Reduktion der Ausgaben für Verwaltung, Marketing und Organisation. Dabei ist die Rede von Beträgen im dreistelligen Millionenbereich.

 

Mit einem kombinierten Umsatz von etwa 15 Milliarden US-Dollar würde der neue Konzern Konkurrenten wie Wynn (4,5 Milliarden US-Dollar) oder die Sands-Gruppe (12,2 Milliarden US-Dollar) auf die Plätze verweisen und zum bedeutendsten Glücksspiel-Anbieter der USA aufsteigen. Auch im internationalen Vergleich würde die Bedeutung der fusionierten Firmen wachsen und sie näher an Schwergewichte wie die Genting Group herankommen.

 

Wird eine Fusion überhaupt erlaubt?

Eine große Hürde für den Deal dürfte in der teils marktbeherrschenden Stellung der fusionierten Konzerne liegen. Experten sehen bereits jetzt große kartellrechtliche Probleme. Sollte es zu dem Zusammenschluss kommen, würde das neue Unternehmen beispielsweise über die Hälfte aller Hotelzimmer in den US-Zockerstädten Las Vegas und Atlantic City verfügen. David Schwartz, Direktor des Zentrums für Glücksspiel-Studien an der Universität von Las Vegas, sagt zu dem Thema:

Ich denke, dass die Glücksspiel-Konzerne ständig auf der Suche nach potentiellen Kooperationspartnern sind. Deshalb ist es nicht wirklich überraschend, dass MGM nun einen solchen Schritt kalkuliert. Sollten sie wirklich fusionieren, würden sie über eine überragende Stellung in Las Vegas verfügen. Das könnte die anderen Casinos dazu zwingen, ebenfalls über Fusionen nachzudenken.

Angesichts der absehbaren Marktmacht dürften auch die Bedenken bei den für die Glücksspielaufsicht zuständigen Behörden groß sein. Deshalb ist zu erwarten, dass eine Genehmigung nur nach intensiven Verhandlungen erteilt wird, um die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

 

Die Caesars-Gruppe ist für viele Casino-Unternehmen interessant

MGM Grand

MGM Grand mit über 5.000 Zimmern (Bild: Pixabay)

Für Caesars ist die aktuelle Fusions-Debatte nicht die erste angestrebte Übernahme. Im Sommer erst hatte der Konzern einen Zusammenschluss mit der – wesentlich kleineren – Casino-Kette Golden Nugget nach eingehender Prüfung abgelehnt.

 

Doch neben MGM gibt es einen weiteren Glücksspiel-Magnaten, dem Interesse an Caesars nachgesagt wird: So soll die Wynn-Gruppe ebenfalls signalisiert haben, dass sie sich vorstellen kann, mit Caesars zusammenzugehen. Darüber hinaus wird auch Genting, dem größten Glücksspiel-Betreiber aus Malaysia, nachgesagt, sich für Caesars näher zu interessieren.

 

Die Gerüchte treffen das Unternehmen in einer denkbar ungünstigen Zeit, denn erst vor wenigen Tagen hat Mark Frissora, der CEO des Konzerns, bekanntgegeben, dass er seinen Posten nach dreijähriger Amtszeit im kommenden Februar aufgeben wird.

 

An den Börsen führte die Ankündigung des bisherigen CEOs zu Kursgewinnen, da Analysten davon ausgehen, dass der Schritt den Weg für Fusionsgespräche mit MGM oder auch anderen Interessenten erleichtern wird.

 

Auf Nachfragen von Medien und Presseagenturen verweigerten beide Unternehmen jeden Kommentar. Auch Morgans Stanley oder die Anteilseigner von Caesars und MGM ließen entsprechende Anfragen unbeantwortet.