, 06.02.2020

Auch in diesem Jahr gerieten die Veranstalter der noch bis heute laufenden Glücksspielmesse ICE London aufgrund knapp bekleideter Hostessen und vermeintlich sexistischer Praktiken in die Kritik.

 

Gegenüber der BBC jedoch verteidigten Branchenvertreter, Messebesucher und die Models selbst den diesjährigen Dresscode, der in ihren Augen keineswegs unethisch sei.

 

Auch die britische Glücksspielaufsicht, die UK Gambling Commission, scheint sich nicht in der Verantwortung zu sehen, den Veranstaltern strengere Regeln aufzuerlegen.

Der Organisator der jährlichen ICE Messe in London, Clarion Gaming, hatte erst im letzten Jahr einen Verhaltenskodex eingeführt, der unter anderem sexistische und rassistische Praktiken seitens der Aussteller verhindern soll.

 

Darin wurden auch die Rahmenbedingungen für das Erscheinungsbild der von den Firmen angestellten Hostessen aufgestellt.

 

Unzulässig sind „partielle oder gänzliche Nacktheit“ sowie „allzu verführerische oder anzügliche Kleidung“. Die Definition dessen, was konkret darunter zu verstehen ist, scheint jedoch nach wie vor großen Interpretationsspielraum zu lassen.

Für die britische Labour-Politikerin Carolyn Harris waren daher auch die diesjährigen Hostessen-Outfits „inakzeptabel“. Sie sei zutiefst „enttäuscht“, dass erneut minimal bekleidete Frauen „benutzt“ worden seien, um Produkte zu vermarkten.

Immer wieder scheint es der Industrie komplett an Moral und Anstand zu fehlen. Diese Art des Marketings ist nicht zeitgemäß und unnötig und ich hoffe, dass Clarion, die das Event veranstaltet haben, es sich gründlich überlegen, bevor sie so etwas wieder tun.

Laut Clarion Gaming jedoch hätten sich fast alle Unternehmen an den Verhaltenskodex gehalten. Es habe lediglich einen Verstoß gegeben, der bereits zu Beginn der Messe geklärt worden sei.

 

Models und Besucher zeigen sich entspannt

Trotz der harschen Kritik von außen scheint sich auf der Messe selbst jedoch niemand an der Wahl der Outfits zu stören.

 

Die von der BBC geteilten Bilder [Seite auf Englisch] zeigen unter anderem Frauen in figurbetonten Meerjungfraukostümen, Playboy-Bunny-Outfits und engen Catsuits. Auf direkte Nachfrage habe eines der Models erklärt, dass die Outfits Spaß bereiteten und bei allen gut ankämen.

 

Konferenzteilnehmer Flavio Grasselli, der sich mit drei „Meerjungfrauen“ ablichten ließ, erklärt, dass die „Sinnlichkeit des Roulettes“ und die „Sinnlichkeit der Frauen“ auf natürliche Weise zueinanderpassten.

 

Derzeit sieht auch der Chef der UK Gambling Commission, Neil McArthur, keinen Handlungsbedarf. Es lege weiterhin in der Verantwortung der Veranstalter, einen moralisch vertretbaren Dresscode durchzusetzen.

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