, 10.05.2021

Eine Webseite der EU-Kommission listet auf, welche Unternehmen in Österreich Corona-Hilfen von mehr als 100.000 Euro erhalten haben. Darunter sollen sich neben dem schwedischen Textil-Konzern H&M und dem Hotel Sacher auch mehrere Glücksspiel-Unternehmen wie die Casinos Austria, Novomatic und Admiral Entertainment befinden, berichtete der Standard am Wochenende.

 

Die Veröffentlichung der gezahlten Fördermittel wurde letzte Woche von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) angekündigt und soll für mehr Transparenz in Bezug auf die Verteilung der Fördermittel sorgen. Diese wiesen laut dem Standard ein Gesamtvolumen von rund 6,7 Mrd. Euro auf.

 

Den höchsten Zuschuss habe H&M mit 4,8 Mio. Euro erhalten. Die Wiener Szene-Gastronomiebetriebe Dots City und Dots Prater hätten rund 855.000 Euro erhalten, weitere 920.000 Euro seien an die Fabio Restaurationsbeteiligungs und -betriebs GmbH geflossen.

 

Viel Unterstützung habe auch das Hotel Sacher für seine Gesellschaften erhalten. So habe das Café Sacher 413.000 Euro kassiert. Je 860.000 Euro seien an das Sacher-Hotel in Wien und an das Sacher in Salzburg gezahlt worden.

Fördergelder für die Glücksspiel- und Sportwetten-Branche

 

Unternehmen aus der Glücksspiel-Branche hätten ebenfalls staatliche Hilfen erhalten. So seien je 800.000 Euro an die Novomatic-Tochterunternehmen Admiral Casinos & Entertainment AG und Admiral Sportwetten GmbH geflossen.

 

Die Star Sportwetten GmbH habe 187.000 Euro Fixkostenzuschuss sowie weitere 651.000 erhalten. Doch auch an Betriebe, die sich in staatlicher Hand befänden, seien Hilfen gezahlt worden. So sei die Casinos Austria AG mit 830.000 Euro gefördert worden.

Nach Veröffentlichung der Liste regten sich erste kritische Stimmen. So seien auch Fördermittel an jene Betriebe verteilt worden, die gar nicht von der Krise betroffen gewesen seien. Darüber hinaus sei auch kritisiert worden, dass offenbar Millionenbeträge an Glücksspiel-Konzerne wie Novomatic gezahlt worden seien.

 

Fördergelder für Glücksspiel-Branche in Deutschland nur schleppend ausgezahlt

Doch während im benachbarten Österreich die Fördergelder geflossen zu sein scheinen, befindet sich die Branche in Deutschland immer noch in der Krise. So soll die staatliche Casino-Gruppe WestSpiel nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur vom 5. Mai die Beantragung von Kurzarbeit planen, um damit von staatlichen Hilfen profitieren zu können.

 

Bereits im März dieses Jahres meldete WestSpiel, dass das Unternehmen von den 2 Mio. Euro, die beantragt worden seien, nur 100.000 Euro erhalten habe. Die Verluste lägen aufgrund der Schließungen allerdings in Millionenhöhe.

 

In einem Rundschreiben an die Belegschaft Ende März hieß es:

Damit fehlen seither in der Westspiel-Gruppe pro Tag 381 000 Euro an Bruttospielerträgen.

Noch offene Wirtschaftshilfen hat auch der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. zu beklagen. Weder gebe es konkrete Ausstiegsstrategien aus dem Lockdown noch seien die beantragten Corona-Hilfen vollständig an die Betriebe ausgezahlt worden.

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