, August 29, 2019

Am frühen Donnerstag meldete die australische New South Wales Independent Liquor and Gaming Authority (ILGA), welche für die Vergabe von Glücksspiellizenzen in NSW zuständig ist, dass die im Jahr 2014 bestätigte Lizenz für das Crown Resorts Casino in Barangaroo erneut auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft werden müsse.

 

Anlass der aktuellen Ermittlungen sei der Verkauf von 20 % der Crown Anteile von Hauptaktionär James Packer an den Casino Tycoon Lawrence Ho aus Hong Kong, dessen Vater Stanley Ho mit kriminellen chinesischen Triaden in Verbindungen gestanden haben soll.

 

Crown Resorts dritte australische Lizenz in Gefahr

Der Glücksspielriese Crown Resorts Limited zählt zu den größten Glückspielkonzernen Australiens und leitet innerhalb des Landes aktuell die beiden Megakomplexe Crown Casino Melbourne und Crown Casino Perth.

 

NSW Government Logo

Glücksspielbehörde von New South Wales ermittelt (Bild: Flickr/DougBeckers)

Der Inhaber des Konzerns, James Packer, verkündete bereits Anfang 2012 seine Pläne, ein drittes Crown Casino in Barangaroo, Sydney eröffnen zu wollen, dessen Bau bis zum Jahr 2021 abgeschlossen werden sollte.

 

Die Lizenz für das Casino war bereits im Jahr 2014 durch die ILGA erteilt worden. Der Baubeginn verzögerte sich jedoch aufgrund einer Klage der lokalen gemeinnützigen Organisation Millers Point Fund zunächst um zwei weitere Jahre.

 

Wie die australischen Medien heute berichteten [Seite auf Englisch], könnten die aktuell laufenden Ermittlungen gegen Crown Resorts nun zu weiteren Verzögerungen führen. Im für den Konzern ungünstigsten Fall könnte die Lizenz sogar komplett zurückgezogen und der Bau auf unbestimmte Zeit gestoppt werden.

 

Verbindungen zu Melco werfen Fragen auf

Der potenzielle Lizenzentzug sei dabei auf die Geschäftsbeziehungen zwischen Crown Inhaber James Packer und dem Geschäftsmann Lawrence Ho, Inhaber des Glücksspielkonzerns Melco International Development Limited, zurückzuführen.

 

So hätten die Lizenzvereinbarungen von 2014 vorgeschrieben, dass Crown keinerlei Geschäftsverhandlungen mit Personen oder Firmen, die in Verbindung mit Ex-Melco-Boss Stanley Ho stehen, führen dürfe, da dieser in der Vergangenheit in kriminelle Aktivitäten mit chinesischen Triaden verwickelt gewesen sein soll.

 

Lawrence Ho Geschäftsführer Melco

Lawrence Hos Vater soll in kriminelle Aktivitäten verwickelt gewesen sein (Bild: Flickr/RichterFrank-Jurgen)

Im März jedoch habe Packer mit Stanley Hos Sohn, Lawrence Ho, vereinbart, diesem für einen Kaufpreis von insgesamt 1,7 Mrd. Australische Dollar (1,04 Mrd. Euro) 20 % der Crown Anteile zu überschreiben.

 

Im Juni habe Ho in einer ersten Transaktion 880 Mio. Australische Dollar an Packer überwiesen. Der restliche Betrag sollte bis spätestens September beglichen werden, womit der Verkauf abgeschlossen sein würde.

 

Wie die ILGA jetzt jedoch mitteile, müsse überprüft werden, ob der Aktienverkauf aufgrund der Verbindung zu Stanley Ho gegen jene Lizenzvereinbarungen verstoßen könnte.

 

Man wolle in eigehenden Ermittlungen bestimmen, ob Crown eine „geeignete Person“ für eine Lizenz sei. Sollte das Urteil der Behörde negativ ausfallen, müsse untersucht werden, welche Maßnahmen Crown ergreifen könnte, um nach einer erneuten Untersuchung als „geeignet“ eingestuft zu werden.

 

Crown will kooperieren

Während der Untersuchungen wolle man auch zu einem Schluss kommen, ob Melco und seine Führungskräfte in einem guten Ruf stünden und Charakter, Ehrlichkeit und Integrität aufwiesen oder mit Personen oder Unternehmen in Beziehung stünden, die über unerwünschte oder unzufriedenstellende finanzielle Quellen verfügten.

 

New South Wales Parlamentsmitglied Justin Field äußerte erst vor kurzem seine Bedenken über den Aktienverkauf:

Es ist schwer zu akzeptieren, dass eine Organisation, die mit Individuen und Geschäften in Verbindung steht, welche mit Geldwäsche und organisierter Kriminalität zu tun haben, geeignet sein kann, ein Casino zu leiten, insbesondere eines, welches vornehmlich auf High-Roller abzielt.

Crown habe auf die Ankündigung der Glücksspielbehörde professionell reagiert und sich bereiterklärt, in vollem Umfang zu kooperieren. Auch wolle man den Verkauf unverzüglich abbrechen, sofern die ILGA diesen zum Anlass für einen Lizenzentzug nehme.

 

Ob der Konzern letztendlich mit dem Bau des dritten Casinos in Australien fortfahren kann und gleichzeitig seinen kürzlich stark angekratzten Ruf aufpolieren kann, bleibt abzuwarten.