, 18.02.2021

Seit vielen Jahren untersucht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Glücksspielverhalten der Deutschen. Einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Business Insider zufolge hat der staatliche Lotterie-Veranstalter, der Deutsche Lotto- und Tottoblock (DLTB), seine finanzielle Unterstützung für diese Studie nun jedoch eingestellt.

 

Grund für die Beendigung der Zahlungen an die BZgA sei die in den Reihen des DLTB geäußerte Kritik an den Ergebnissen der Studien. Laut Business Insider habe Unverständnis darüber geherrscht, dass die BZgA-Studie auch neun Jahre nach Einführung des Eurojackpots keinen positiven Kanalisierungseffekt der Lotterie habe nachweisen können.

 

Fehlende Argumentationsgrundlage für den DLTB?

Damit bliebe weiterhin unbelegt, dass die millionenschwere Lotterie dazu beitrage, das illegale Glücksspiel zurückzudrängen. Ein solches Argument sei vom DLTB jedoch im Hinblick auf die angestrebte Erhöhung des Eurojackpots auf 120 Millionen Euro äußerst erwünscht gewesen.

 

Einen näheren Grund habe der Lotto-Block gegenüber dem Magazin jedoch nicht äußern wollen. Eine Sprecherin habe den Journalisten lediglich die Beendigung der langjährigen Zusammenarbeit bestätigt:

Zukünftig wird die BZgA diesen Survey nicht mehr durchführen.

Aus dem DLTB hieß es zu der mutmaßlichen Beendigung, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass “Projekt- und Dienstleistungsverträge ab und zu auf den Prüfstand gestellt” würden. Künftig werde der Verband mit einem anderen Dienstleister zusammenarbeiten.

 

Seit Jahren durchgeführte Glücksspielstudie

Die Bundeszentrale analysiert seit 2007 alle zwei Jahre „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht“ in Deutschland. Dafür werden rund 11.000 Menschen zwischen 16 und 70 Jahren zu ihrem Spielverhalten befragt.

Laut ihrem Bericht vom April 2020 hätten gut 75 % der Deutschen in der Vergangenheit mindestens einmal gespielt. Diese Zahl sei rückläufig, denn 2007 habe der Wert noch bei über 85 % gelegen. Die Zahl der pathologischen Spieler bleibe jedoch konstant. Die Behörde schätze, dass in Deutschland rund 200.000 Menschen von Spielsucht betroffen seien.

Finanziert wurden die Untersuchungen bisher von den Lottogesellschaften der 16 Bundesländer. Nach Angaben der Bundesregierung lag der Zuschuss des DLTB an die Bundeszentrale im mittleren sechsstelligen Bereich.

 

Bis Donnerstagmorgen gab die Bundeszentrale zu der möglichen Beendigung von Kooperation und finanzieller Unterstützung seitens des Lotto-Blocks keine Stellungnahme ab.

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