, 23.04.2020

Heimische Selbstisolation und Quarantäne sind während der Coronakrise für Millionen von Menschen zur Normalität geworden. In Teilen der USA und der chinesischen Glücksspiel-Metropole Macau haben Behörden nun auch Casino-Resorts zu Quarantäne-Einrichtungen umfunktioniert.

 

Geholfen werden soll mit den Maßnahmen nicht nur gestrandeten Gästen und Rückkehrern aus dem Ausland, sondern auch Casino-Mitarbeitern, die im Verdacht stehen, mit COVID-19 infiziert zu sein.

 

Macau ordnet Quarantäne in 12 Casinos an

 

Obgleich die Corona-Infektionen im asiatischen Glücksspielmekka Macau bislang gering blieben, ist der finanzielle Schaden für die Glücksspielbranche groß.

In Macau wurden offiziell nur 10 Corona-Infektionen erfasst. Casinos mussten in der Sonderverwaltungszone ab Anfang Februar dennoch für 15 Tage schließen.

Durch das Ausbleiben der Spieler verlieren die Casinos zwischen 1,5 und 4 Millionen US-Dollar pro Tag. Laut Analysten könne der Umsatz im April sogar um bis zu 95 % zurückgehen.

 

Ganz leer bleiben die Casino-Resorts aber trotzdem nicht. Bereits seit Ende März hat die Regionalregierung Macaus damit begonnen, die Einrichtungen in Quarantäne-Unterkünfte umzuwandeln. Zwölf Casinos mit integrierten Hotels waren oder sind noch von der Maßnahme betroffen, darunter Nobelunterkünfte wie das Sheraton Grand Sands Cotai, das Regency Art Hotel und das Golden Crown China Hotel.

 

Quarantänetauglich werden die Häuser durch spezielle Isolationsbereiche mit eigenem Ein- und Ausgang sowie Belüftungssystem. In anderen Bereichen der Casino-Resorts kann sogar der Spielbetrieb weiterlaufen.

 

Der wahrscheinlich größte Vorteil für die Betreiber besteht in der Vergütung durch den Staat. Macaus Regierung kommt nämlich für die Zimmerpreise auf, wie Regierungsführer Ho Iat Seng sagte:

„Wir zahlen die Gebühren und bitten nicht darum, sie [die Zimmer. Anm. d. Red.] kostenlos nutzen zu können. Was die Glücksspielbetreiber getan haben, sehen die Einwohner von Macau mit ihren Augen und behalten es im Kopf.“

 

Auch in den USA werden Casino-Resorts zu Notunterkünften

 

Ähnliche Maßnahmen wie in Macau wurden auch in der US-Stadt Santa Fe (US-Bundesstaat New Mexico) getroffen.

 

Dort wurde das Hilton Santa Fe Buffalo Thunder Casino von den Gesundheitsbehörden als temporäre Quarantäne-Einrichtung ausgewählt.

 

In dem Casino-Resort können Mitglieder des lokalen Pojoaque Pueblo-Indianerstammes (Link auf Englisch) Obdach finden, die in Verdacht stehen, mit COVID-19 infiziert zu sein.

 

Sie dürfen in der Luxusanlage bleiben, bis ausreichende Möglichkeiten für Corona-Tests bestehen. Wann das Casino-Resort zum Normalbetrieb zurückkehren wird, ist noch nicht bekannt.