, 20.04.2020

Der Betreiber von Casinos in Neuseeland und Australien SkyCity hat seine Mitarbeiter am Freitag dazu aufgerufen, einen Teil ihres Gehalts für ihre entlassenen Kollegen zu spenden.

 

Nachdem aufgrund der Corona-Pandemie Casinos weltweit ihre Pforten schließen mussten, hatte SkyCity Anfang April angekündigt, 200 seiner 5000 Mitarbeiter entlassen zu wollen.

 

Solidarität mit entlassenen Kollegen

 

Einer am Freitag von Generaldirektor Graeme Stephens versandten E-Mail zufolge seien die Mitarbeiter gebeten worden, einen Teil ihres Gehalts an den Härtefonds für Mitarbeiter zu spenden.

 

Dieser sei erst kürzlich ins Leben gerufen worden und gewähre entlassenen Angestellten finanzielle Hilfen, so Stephens:

Dies ist ein Fonds, der ehemaligen Mitarbeitern wesentlich helfen wird, die mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und für die eine Abfindungszahlung einfach nicht zum Leben ausreicht.

 

Der Fonds umfasse inzwischen bereits etwa eine Million NZD (ca. 558.000 Euro). Diese stammten vornehmlich von leitenden Angestellten, die einen Teil ihres Einkommens zur Verfügung gestellt hätten.

Das Unternehmen selbst halte sich aktuell vor allem mit staatlichen Hilfen für Gehaltszahlungen in Höhe von 15,4 Millionen NZD (ca. 8,6 Millionen Euro) über Wasser.

Die Spenden würden in Form einer Einmalzahlung oder von regelmäßigen Zahlungen erfolgen und im Zeitraum vom 13. Mai bis 8. Juli vom Gehalt einbehalten werden. Außerdem könnten nicht genommene Urlaubstage in Spenden umgewandelt werden.

Scharfe Kritik von der Gewerkschaft

 

Gewerkschaftsführer kritisierten den Spendenaufruf und bezeichneten diesen als „beleidigend“. Diese halten bereits die Kündigungen ihrer Kollegen für illegal [Seite auf Englisch]. Hinter dem Aufruf stecke abermals lediglich der Versuch, Profite für die Teilhaber zu sichern.

 

Mit Blick auf die Einkünfte des Unternehmens von rund 600 Millionen NZD (ca. 335 Millionen Euro) im letzten Finanzjahr sei es laut Gewerkschaftsführer Gerard Hehir unangemessen, zu erwarten, dass Angestellte für andere aufkommen sollten, während sie selbst in eine unsichere Zukunft blickten.

 

Die etwa 900 Gewerkschaftsmitglieder hätten bereits ungefragt Gehaltseinbußen von 20 % hinnehmen müssen. Der Appell hätte daher lediglich an die Angestellten der Führungsebene mit Gehältern von mehr als 100.000 NZD (ca. 56.000 Euro) gehen sollen.

 

Stephens entgegnet, dass kein Mitarbeiter verpflichtet sei, an den Fonds zu spenden. Man verstehe, dass dies für viele einfach nicht möglich sei.