, 24.10.2019

Die in Brüssel ansässige International Betting Integrity Association (IBIA) hat am Mittwoch ihren Bericht für das 3. Quartal 2019 vorgestellt. Wie die private Wettaufsicht mitteilte, hätten die Kontrolleure zwischen Juli und September dieses Jahres 50 verdächtige Wettereignisse dokumentiert.

 

Die Summe der bislang verzeichneten Warnungen fiel damit in diesem Jahr auf 138. Noch in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 hatte die Not-For-Profit-Organisation 184 Fälle gemeldet. Im Kontrast zum Vorjahresvergleichszeitraum ist die Zahl der alarmierenden Ereignisse somit um 25 % zurückgegangen.

So arbeitet die International Betting Integrity Association (IBIA)

Die IBIA (Link auf Englisch) ist eine Kontroll- und Überwachungsplattform, die sich gegen Korruption im Sport und die Manipulation von Sportwetten einsetzt.

 

Der Wettüberprüfung der Vereinigung werden alle Mitgliederplattformen der IBIA unterzogen. Zu diesen gehören unter anderem private Buchmacher wie 32Red, Bet365, Ladbrokes und William Hill. Einen Informationsaustausch pflegt die Organisation zudem mit Sportverbänden wie der UEFA, dem IOC und der FIFA.

 

Im Gegensatz zu kommerziellen Wettkontroll- und Monitoring-Dienstleistern überprüft die IBIA individuelle Nutzerkonten und internationale Transaktionen, sofern diese auffällige Parameter aufweisen. Wie genau die Kontrollmechanismen funktionieren, teilt die IBIA nicht mit.

Diese Sportarten bereiten den Kontrolleuren Sorgen

 

Ein Tennisstadion bei Tag

Tennisspiele riefen besonders viele Warnungen hervor. (Pixabay)

Obgleich die positiven Zahlen für die zunehmende Integrität und Fairness von Sportwetten sprechen, zeigen sie gleichzeitig, wie weltumspannend die Manipulatoren heutzutage arbeiten.

 

Die 50 verdächtigen Wettereignisse, die die IBIA im 3. Quartal 2019 identifiziert hat, verteilen sich auf fünf Kontinente und sechs Sportarten. Betroffen seien Wettbewerbe im Tennis, Fußball, Beach-Volleyball, Tischtennis, Reiten und Basketball.

 

Die meisten der Vorfälle ereigneten sich in Europa und Russland. Allein hier stellten die Prüfer bei vier Sportarten 21 Unregelmäßigkeiten fest. Zweitgrößtes Sorgenkind sei der asiatische Wettmarkt gewesen. In Nah- und Fernost registrierten die Kontrolleure 18 Auffälligkeiten.

 

Besonders frappierend sei die Zahl der weltweit suspekten Tennisspiele gewesen. In den letzten drei Monaten beobachtete die IBIA 30 alarmierende Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Sportart. Im Vergleich zum Vorquartal bedeutet dies einen signifikanten Anstieg von 20 %. Nichtsdestotrotz ist auch im Tennissport ein positiver Trend zu verzeichnen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 hatte die IBIA noch von 50 zweifelhaften Vorfällen berichtet.

 

Ein positives Fazit zog auch Khalid Ali. Der Generalsekretär der IBIA will die Zusammenarbeit mit Privatunternehmen in Zukunft weiter ausbauen, um Wettmanipulationen früher detektieren zu können. Im Rahmen der gestrigen Pressemitteilung äußerte der Funktionär:

„Im bisherigen Jahr hat es einen deutlichen Rückgang der Warnungen gegeben, insbesondere beim Tennis. Wir begrüßen die laufenden Bemühungen des Sports, eng mit uns zusammenzuarbeiten und korrupte Spieler zu identifizieren und Sanktionen zu verhängen. Der Umfang des einzigartigen und weltweit führenden Überwachungssystems des Verbandes wurde im Jahr 2019 durch vier neue Mitglieder gestärkt. Mit einer Reihe anderer Unternehmen, die daran interessiert sind in die Integrität zu investieren und ihre Unternehmen vor Korruption zu schützen, befinden wir uns in anhaltenden Gesprächen.“

Auch die UEFA will härter gegen Wettmanipulationen vorgehen

 

Trotz der vergleichsweise niedrigen Zahl an Manipulationswarnungen im professionellen Fußball (15) ist der Kampf gegen die Korruption nicht nur für die IBIA ein fortwährendes Thema. Auch der europäische Fußballverband UEFA hat sich letzte Woche in die Diskussion um Spielmanipulationen eingeschaltet.

 

Eine Kamera vor dem UEFA Logo

Die UEFA will verdächtige Vorgänge besser überwachen. (Quelle: Pixabay)

Auf der Tagung des UEFA-Exekutivkomitees in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana beschloss die Organisation, eine Studie in Auftrag zu geben, die neue Erkenntnisse über das Match-Fixing im europäischen Fußball zutage fördern soll.

 

Die UEFA hofft in ihrem Engagement auf die Mithilfe von internationalen Polizeibehörden und Länderverbänden. Schließlich kommen verdächtige Wetten mit Millioneneinsätzen immer wieder vor, können aber nur schwer ermittelt werden.

 

Erst im Dezember letzten Jahres geriet ein Funktionär des serbischen Fußballvereins Roter Stern Belgrad unter Verdacht, Wetten in Höhe von mehreren Millionen Euro auf eine hohe Niederlage des eigenen Vereins geplant zu haben. Eine UEFA-Untersuchung dauert an.

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