, 15.01.2020

Die britische Glücksspielkommission UKGC hat am Montag bekanntgegeben, dass ab April 2020 keine Kreditkarten mehr für Transaktionen beim Glücksspiel verwendet werden dürfen. Diese Entscheidung hat dennoch bereits jetzt für Unruhe auf dem Aktienmarkt gesorgt.

Seit am Freitag bekannt wurde, dass die UKGC das Verbot zeitnah umsetzen werde, verzeichneten die Aktien der Glückspielbetreiber zeitweise Verluste von über 500 Mio. GBP.

 

William Hill scheint am stärksten betroffen. Die Aktien des Unternehmens fielen um 8 % auf 178 GBP, GVC verlor 0,5 % und erreichte 917 GBP, 888 sank um 1,5 % auf 150 GBP und Flutter fiel von 9.460 GBP auf 9.060 GBP.

Nach dem Einbruch der Aktienkurse scheint sich der Markt jedoch heute etwas zu erholen. William Hill konnte ein leichtes Plus von 0,10 % verzeichnen. Flutter stieg um 0,68 % und GVC um 0,27 %.

Kritische Stimmen

Die britische Glücksspielkommission [Seite auf Englisch] scheint die Einwände der Branche nicht ernst zu nehmen und beharrt darauf, dass die Verwendung von Kreditkarten ein klares Zeichen dafür sei, dass es sich bei den Kunden um Problemspieler handle, die ernsthafte Schäden erleiden könnten.

 

Die Glücksspielunternehmen argumentierten jedoch, dass nun das Risiko bestehe, dass die Spieler zu Betreibern abwandern könnten, die die Vorgaben der UKGC möglicherweise weniger gewissenhaft einhielten.

 

So sagte ein Experte der Branche:

„Es besteht das Risiko, dass nicht regulierte, nicht lizenzierte Betreiber außerhalb des britischen Einflussbereichs Glücksspiel mit Kreditkarten anbieten. Im Moment überwachen wir Personen, die Kreditkarten verwenden, genau, um festzustellen, ob sie ein Problem haben. Jetzt gibt es ein Verbot, so dass wir das nicht mehr tun können.“

Andere Stimmen aus der Branche behaupten, es gebe nichts, was einen Problemspieler davon abhalten könne, mit der Kreditkarte Bargeld abzuheben und weiterhin in landbasierten Wettbüros zu spielen. Die Änderungen hinsichtlich der Zahlung mit Kreditkarten habe am Ende nur marginale Auswirkungen.

 

Kritiker äußerten auch ihre Bedenken in Bezug auf die Kreditkarten-Industrie, denn diese stelle schließlich die Mittel für das Glücksspiel bereit. Darüber hinaus generierten die Kreditinstitute durch die hohen Zinssätze enorme Profite und sollten daher ebenso in die Pflicht genommen werden.

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