, 15.03.2018

Ein bewaffneter Täter bei einem Überfall

Diesen Monat häufen sich die Überfälle auf Spielhallen. (Bild: bz-berlin.de)

Die Überfälle auf Spielhallen häufen sich aktuell. Zwar konnte die Polizei in den letzten Jahren insgesamt eine konstant rückläufige Zahl an Raubüberfallen in Zusammenhang mit Glücksspiel registrieren, doch seit Anfang dieser Woche ist es wieder vermehrt zu Vorfällen gekommen. Obwohl sich viele Spielhallen-Angestellte zur Wehr setzen, gelingt es den Tätern immer wieder, Einnahmen und Spieleinsätze zu erbeuten. Durch aufgebrochene Automaten kommt es außerdem regelmäßig zu großen Sachschäden für die Betreiber.

 

Die meisten Überfälle finden abends im Schutz der Dunkelheit statt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kassen außerdem noch mit den Einnahmen des Tages gefüllt. Die Tätern können immer wieder unerkannt flüchten. In anderen Fällen gelingt er der Polizei, die Verbrecher noch am Tatort oder kurze Zeit später zu stellen.

 

Vorgetäuschter Raub in Baden-Württemberg

Bei dem jüngsten Vorfall handelt es sich um den Fall eines 57-Jährigen, der Anfang der Woche bei der Polizei in Pforzheim in Baden-Württemberg einen Raubüberfall meldete. Er erschien am Abend verletzt auf der Polizeiwache und gab an, auf der Straße überfallen und ausgeraubt worden zu sein. Zuvor hatte er eine Gaststätte besucht. Wie sich jetzt herausstellte, handelt es sich bei dem gemeldeten Überfall jedoch um einen Täuschungsversuch.

 

Der alkoholisierte Mann war gestürzt und hatte sich auf diese Weise eine Platzwunde zugezogen. Das Bargeld, das ihm gestohlen worden sein soll, hatte er in Wahrheit beim Glücksspiel verloren, wie er schließlich gestand.

 

Elefant überfällt Casino im Saarland

Zwei Männer in Elefantenkostümen

Elefantenkostüme auf einer Feier (Bild: ruhrnachrichten.de)

Die Täter kommen bei ihren Überfällen auf immer kuriosere Ideen. So hatte ein Mann im Elefantenkostüm versucht, am Fettdonnerstag ein Spielcasino in saarländischen St. Wendel zu überfallen. Dabei trug er ein Elefantenkostüm. Im Casino forderte er die Angestellte auf, ihm die Einnahmen des Tages auszuhändigen. Diese weigerte sich jedoch, sodass der 44-Jährige unverrichteter Dinge fliehen musste. Wenig später wurde er von der Polizei festgenommen. Dieser erklärte er, es habe sich lediglich um einen Scherz gehandelt.

 

2017 wurden vermehrt Überfälle mit Horrormasken, auch außerhalb der Karnevalszeit, registriert. Die Täter waren unter anderem mit Clownsmasken verkleidet. 2016 trieb hingegen ein Serientäter mit “Anonymus”-Makse sein Unwesen in Hessen.

 

Ladenöffnungszeiten werden Täter zum Verhängnis

Ähnlich erfolglos wie bei dem kostümierten Elefanten in der Karnevalszeit verhielt es sich diese Woche bei einem versuchten Überfall auf eine Spielhalle im hessischen Marburg. Der Täter erschien kurz vor Mitternacht am Tatort. Zu dieser Zeit war die Tür der Spielhalle jedoch bereits verschlossen. Da die Angestellte im Inneren des Gebäudes in den Nebenraum flüchtete und von dort die Polizei verständigte, anstatt dem mit einer Waffe gestikulierenden Mann die Tür zu öffnen, blieb dem Täter nichts anderes übrig, als zu fliehen.

 

Die Polizei fahndet aktuell nach dem Mann, der zum Tatzeitpunkt eine Schusswaffe bei sich geführt und eine Sturmhaube getragen haben soll. Bisher blieben die Ermittlungen jedoch noch ohne Ergebnis.

 

Täter erbeuten 1.000 Euro in Hamburg

Aufgebrochene Spielautomaten nach Überfall

Aufgebrochene Spielautomaten (Bild: presseportal.de)

In Hamburg haben zwei maskierte Täter bei einem Überfall auf eine Spielhalle 1.000 Euro erbeutet. Im Gegensatz zu vielen anderen Tätern suchten sie den Tatort dabei nicht am späten Abend, sondern am frühen Morgen auf. Dort forderten sie die Angestellte des Hauses auf, den Tresor zu öffnen. Nachdem diese sich zunächst weigerte, zwangen die beiden Männer die Frau mit vorgehaltener Waffe und unter Gewalteinwirkung, ihnen 1.000 Euro auszuhändigen. Die Angestellte wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei fahndet noch nach den flüchtigen Tätern, bisher erfolglos.

 

In der Nähe von Hannover ist es vier maskierten Tätern Anfang der Woche ebenfalls gelungen, eine Spielhalle auszurauben. Gegen 2:30 Uhr nachts betraten die vier Männer das Haus. Sie waren mit Brechstangen bewaffnet und fesselten die noch anwesenden zwei Gäste und eine Mitarbeiterin. Im Anschluss flohen sie mit der Kasse und Bargeld aus den Automaten, die sie dazu aufgebrochen hatten. Die Polizei fahndet auch in diesem Fall noch nach den Tätern.

 

Gesamtzahl der Überfälle rückläufig

Anbieter von Geldspielgeräten sind seit jeher Zielscheibe von Kriminellen. Ein besonders heißes Pflaster ist in dieser Hinsicht die Spielerstadt Las Vegas, in der es letztes Jahr ebenfalls zu einem Raubüberfall kam. Doch trotz der aktuellen Meldungen ist die Gesamtzahl der Raubüberfälle auf Spielhallen und Casinos zumindest in Deutschland rückläufig. Seit 2012 gehen die registrierten Straftaten zurück, wie die Zahlen der Polizei belegen.

 

Waren es 2012 noch 1.315 aufgenommene Spielhallen-Überfälle, so sank diese Zahl innerhalb von drei Jahren auf 628 Vorfälle für das Jahr 2015. Mit 633 Taten blieb diese Zahl auch 2016 konstant.

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