, 21.02.2020

Der finnische Glücksspielanbieter Veikkaus Oy steht wegen der umstrittenen Vergabe eines millionenschweren Auftrags in der Kritik. Deshalb forderte die Regierung das Unternehmen auf, seine Vergabekriterien offenzulegen

 

Strittiger Servicevertrag

Auslöser für den Streit war offenbar die Vergabe eines mehrjährigen Servicevertrags an den auf Glücksspielsoftware spezialisierten Dienstleister International Game Technology (IGT) durch das Management von Finnlands Glücksspielanbieter Veikkaus Oy.

Veikkaus Oy besitzt in Finnland das Glücksspielmonopol. Das Unternehmen entstand 2017 nach einer Fusion des Wettanbieters Veikkaus mit den beiden staatlichen Anbietern RAY und Fintoto. Das Unternehmen führt laut Satzung einen Großteil seiner Gewinne für soziale Zwecke an den Staat ab. Auf diese Weise fließt in jedem Jahr ein höherer dreistelliger Millionenbetrag in die Förderung von Bildung, Kultur und Sport.

Nach Recherchen des finnischen Onlinemagazins Yle [Seite auf Englisch] hat Veikkaus mit der IGT im Jahr 2018 einen Servicevertrag ausgehandelt. Der Vertrag sieht vor, dass IGT für Veikkaus den technischen Betrieb von Lotterien, Sportwetten und Bingo übernimmt. Die Laufzeit des Kontrakts beträgt dem Bericht zufolge acht Jahre; mit der Option, diesen bis zu dreimal um jeweils vier weitere Jahre zu verlängern.

 

Fehlende öffentliche Ausschreibung

Der Vertrag sei jedoch zustande gekommen, ohne dass es zuvor eine öffentliche Ausschreibung gegeben habe. Ein Schritt, den die Regierung nun hinterfragt.

 

Aus diesem Grund bat die zuständige Ministerin Tytti Tuppurainen den Vorstandschef von Veikkaus, Olli Sarekoski, sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden Olli-Pekka Kallasvuo am Mittwoch zu einem Gespräch in ihre Behörde.

 

Danach äußerte sich die Ministerin zufrieden mit dem Verlauf:

Das Treffen war ernst, aber offen und konstruktiv.

Demnach habe sie Veikkaus gegenüber die Vorbehalte der Regierung geschildert. Daraufhin habe sie den Managern Gelegenheit gegeben, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Diese bekräftigten ihre Meinung, dass der Vergabeprozess rechtlich einwandfrei verlaufen sei.

 

In einer weiteren Erklärung hatte sich der für den Vertrag zuständige Veikkaus-Vorstand Pekka Ilmivalta zuvor auf die jahrelange Kooperation seines Unternehmens mit IGT berufen. Diese habe seiner Auffassung nach eine erneute Ausschreibung obsolet gemacht.

 

Aktuell stellt sich die Frage, ob sich die Ministerin mit dieser Aussage zufriedengeben wird. Ihre abschließende Beurteilung des Vorgangs steht derzeit noch aus.