, 25.05.2020

PokerStars, der Online-Poker- und Glücksspiel-Gigant, scheint sich aus Zypern zurückzuziehen. Wie griechische und zypriotische Branchenmedien am Wochenende berichteten, können Spieler mit Accounts in Zypern nicht mehr an Turnieren und Spielen auf der Plattform teilnehmen.

 

Bereits seit einigen Tagen schien sich das Problem anzukündigen. Zwar hätten Auszahlungen veranlasst werden können, das Herunterladen der Software und die Teilnahme an Spielen sei allerdings nicht mehr möglich gewesen.

 

Derzeit sollen Spieler mit Spielerkonten in Zypern eine E-Mail mit folgendem Wortlaut erhalten:

“Nach einer kürzlich durchgeführten Überprüfung des Problems haben wir beschlossen, den Zugriff auf die Plattform in der Region auszusetzen.
[…] Sie können bis zum 4. Mai 2021 Auszahlungen veranlassen.
Auch nach diesem Zeitraum können Auszahlungen des Guthabens auf Ihrem Konto durch Kontaktaufnahme zur Supportabteilung vorgenommen werden. […]“

Mögliche Hintergründe des Rückzugs

Im Jahre 2012 verabschiedete das Parlament in Zypern das Verbot von Online-Poker und Glücksspiel im Internet. Einzig Sportwetten dürfen seitdem mit einer Lizenz der Cyprus Gaming Commission [Seite auf Englisch] angeboten werden.

 

Dennoch war es Spielern in Zypern möglich, sich bei PokerStars zu registrieren. Die Online-Poker-Plattform operierte somit auf dem „grauen Markt“.

 

Nach Angaben eines Insiders casinoonline gegenüber habe das Vorgehen möglicherweise steuerliche Gründe. Zahlreiche Spieler aus Griechenland sollen via VPN mit zypriotischen Accounts gespielt haben, um keine Steuern an den griechischen Staat abführen zu müssen.

 

Auch Spieler aus Malta, Skopje und Großbritannien sollen sich über Zypern registriert haben, um sich möglichen Steuerabgaben zu entziehen.

 

Der Spieler Sotirios sagte:

„In Griechenland muss man Steuern zahlen. Ab 100 Euro sind es 15 %, ab 500 Euro sind es 25 %. Das behält PokerStars automatisch ein. Wenn man also 1.000 Euro gewinnt und dieses Geld nicht dazu verwendet, um sich für Turniere zu registrieren, werden um 7 Uhr morgens 250 Euro abgezogen. Das Geld geht an den griechischen Staat.“

Sotirios sagte weiter, dass Spieler mit Accounts in Griechenland sich mit gewonnenem Geld sofort wieder in hochdotierte Turniere einkauften, um diesen Zahlungen zu entgehen. Auf diese Weise könne PokerStars die Steuern nicht vom Guthaben abziehen. Bevor das Turnier jedoch beginne, werde das Turnier einfach storniert.

 

Weiterhin sei es kompliziert, Auszahlungen höherer Beträge zu veranlassen. Wenn jemand beispielsweise einen Gewinn in Höhe von 10.000 Euro erzielt habe, könne das Geld nicht auf einmal ausgezahlt werden. Aus diesen Gründen hätten sich viele Griechen in Zypern registriert.

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